Aachen - Radmuttern an Wagen von Polizisten gelöst

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Radmuttern an Wagen von Polizisten gelöst

Von: hau
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Aachen. Läuft ein Polizistenhasser durch NRW, der an den Privatwagen der Beamten Radmuttern lockert? Dieser Verdacht klingt auf den ersten Blick absurd.

Aber das Landeskriminalamt hat eine Warnung an alle Dienststellen herausgegeben, in der dazu aufgefordert wird, regelmäßig Privatfahrzeuge und Dienstwagen zu kontrollieren. Mehrere Dutzend Fälle wurden der übergeordneten Behörde seit acht Wochen gemeldet, darunter einer in Aachen.

Manipulierte Räder

Der hat sich vermutlich in der Nacht vom 19. auf den 20. Mai entweder auf dem Parkplatz vor dem Polizeipräsidium an der Hubert-Wienen-Straße oder vor der Privatwohnung des betroffenen Polizisten in Aachen ereignet, wie Paul Kemen, Sprecher der Aachener Polizei, auf Anfrage mitteilte. Auf jeden Fall vernahm der Beamte am 20. Mai, einem Freitag, ein klackerndes Geräusch an den Rädern und suchte seine Werkstatt auf. Die stellte fest, dass an einem Reifen manipuliert worden war, Radmuttern waren gelöst worden. Die Aachener Polizei ermittelt nun in eigener Sache, wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Wobei durchaus auch andere Straftaten bis hin zum Kapitaldelikt in Frage kommen, sagt Paul Kemen weiter: „Bei hoher Geschwindigkeit ist das lebensgefährlich.” Dem Kollegen sei glücklicherweise jedoch nichts passiert. Doch der Fall habe für Alarmstimmung gesorgt: „Wir haben unsere Mitarbeiter sensibilisiert, darauf zu achten.” Und auch mögliche Zeugen würden gebeten, verdächtige Beobachtungen zu melden.

Im Landeskriminalamt in Düsseldorf bestätigt man, dass es eine Häufung derartiger Vorfälle gegeben habe, weswegen man sich zu dem Rundschreiben entschlossen habe. Die genaue Zahl will Frank Scheulen, Leiter des Sachgebiets Presse und Öffentlichkeitsarbeit nicht mitteilen, er fürchtet sich auch vor Nachahmetäter. Auch komme es durchaus häufiger als gedacht vor, das gelöste Radmuttern festgestellt würden: „Es gibt immer solche Fälle.”

Die Ursache könnten verschieden sein, etwa dass wertvolle Felgen entwendet werden sollen oder sich nach dem Wechsel von Winter- auf Sommerreifen Schrauben nicht fest genug angezogen wurden.

Verstärkte Beobachtung

Angesicht der Häufung der Fälle habe man sich aber genötigt gesehen, Alarm zu schlagen. Glücklicherweise habe es bislang keinerlei Personen- oder Sachschaden gegeben. Was den oder die Täter treibt, darüber kann man derzeit nur rätseln: „Das Motiv liegt völlig im Dunkeln. Was dahinter steckt, wissen wir nicht.” Man habe nicht einmal Anhaltspunkte, dass es sich um eine einheitliche Vorgehensweise handele. Die Ermittlungen würden aber nicht zentral geführt, jede Behörde handele in eigener Verantwortung.

Nach Berichten überregionaler Medien haben sich die meisten Manipulationen im Raum Düsseldorf und am Niederrhein ereignet. Manche Behörden haben ihre Parkplätze unter verstärkte Beobachtung gestellt.
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