Prüfungs-Marathon: Doppelter Jahrgang macht Abitur

Von: Elisa Zander
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Abitur Prüfung
Der Doppelabiturjahrgang in NRW startet ab Dienstag in die Abschlussklausuren. Foto: dpa

Aachen. Ab Dienstag wird es ernst: Der Doppelabiturjahrgang in NRW startet in die Abschlussklausuren. Informatik, Technik und Ernährungslehre sind die ersten Prüfungsfächer, Mittwoch folgt Deutsch. Bis einschließlich 19. April wird in den Leistungskursen geprüft, in den Grundkursen bis zum 22. April. Die mündlichen Prüfungen finden ab dem 24. April statt.

2012 legten etwa 82.000 Prüflinge das Abitur ab. In diesem Jahr rechnet das Schulministerium mit 130.000 Schülern. Genaue Zahlen werden erst im Anschluss an das Abitur erfasst.

Um junge Menschen früher in den Beruf zu bringen und international konkurrenzfähiger zu sein, haben inzwischen fast alle Bundesländer auf die verkürzte Gymnasialzeit umgestellt. Gesamtschulen sind ausgenommen. Sie führen die Schüler weiterhin in neun Jahren zum Abitur. Wegen dieser Umstellung der Gymnasialzeit von neun (G9) auf acht (G8) Jahre und der damit verbundenen höheren Zahl an Prüflingen sahen sich die Schulen in den vergangenen Monaten vor organisatorische Herausforderungen gestellt.

„Verwerfungen und Probleme“

Viele Diskussionen hatte es im Vorfeld gegeben. „Geplant wurde das G8-Abitur am grünen Tisch. Aber um die pädagogischen Fragen wurde sich erst später gekümmert“, sagt Silbernagel, Vorsitzender des Philologenverbands NRW. Man habe die Lehrkräfte bei der Umstellung kaum mitgenommen, Schulbücher fehlten, der Lehrplan wurde erst spät gekürzt. „Die gesamte Geschichte ist mit vielen Verwerfungen und Problemen behaftet“, so Silbernagel. „Die Schulen haben zwei bis drei Jahre rebelliert, bevor sie sich mit den Änderungen arrangiert und versucht haben, das Beste aus der Situation zu machen.“

In drei Fächern, zwei davon sind Leistungskurse, wird schriftlich, im vierten Fach mündlich geprüft. Speziell in den mündlichen Prüfungen könne es in den Fächern zu Engpässen kommen, die nur von wenigen Lehrern unterrichtet werden, sagt Silbernagel und nennt beispielhaft Religionslehre und Erziehungswissenschaften. Mit bis zu einem Dutzend Prüfungen rechnet er pro Tag.

„Das ist eine unheimliche Belastung, auch für die Protokollführung.“ Denn die dürfe nicht in Stichworten erfolgen, sondern müsse, auch aus rechtlichen Gründen, ausführlich sein. Damit die Schulen ein wenig vom Arbeitsanfall des Doppeljahrgangs entlastet werden, müssen sie keine Zweitkorrektur mit anderen Schulen organisieren. Stattdessen dürfen zwei Lehrer derselben Schule die Klausuren bewerten.

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