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Prozessauftakt: Nachts schlafende Frauen missbraucht

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Krefeld. Vor dem Krefelder Landgericht hat am Freitag der Prozess gegen einen 28 Jahre alten Mann begonnen, der monatelang als „Disco-Vergewaltiger” für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, in die Wohnungen von sechs jungen Frauen eingebrochen zu sein und dort sexuelle Handlungen an ihnen vorgenommen zu haben.

Zum Prozessauftakt räumte der Angeklagte lediglich eine Tat ein. Laut Anklage hatte er zwischen Februar und September 2009 vor einer Krefelder Diskothek immer wieder junge Frauen beobachtet, wie sie nachts alkoholisiert nach Hause gingen. Er soll seinen Opfern gefolgt sein, noch eine Weile vor dem Haus gewartet haben und dann in die Wohnungen der Frauen eingestiegen sein. Dort soll er ihre Unterwäsche zerschnitten und die Frauen sexuell missbraucht haben. Die Polizei hatte ihn festgenommen, als er im Sommer vergangenen Jahres nachts die Wohnung einer jungen Frau beobachtet hatte.

Ein Gerichtssprecher sagte, fünf Taten seien als sexueller Missbrauch angeklagt. Da die Opfer jeweils geschlafen hätten, habe der mutmaßliche Täter keine Gewalt anwenden müssen. In einem Fall allerdings sei das Opfer aufgewacht. Der Täter habe die junge Frau bedroht, sei dann aber geflüchtet. Für die Staatsanwaltschaft sei dies ein Fall von sexueller Nötigung. Diese Tat hatte der 28-Jährige Angeklagte eingeräumt, alle anderen Vorwürfe streitet er ab.

Der zuständige Richter Herbert Luczak appellierte eindringlich an den Angeklagten, aufgrund der erdrückenden Beweislage ein Geständnis abzulegen und sich einer möglichen Therapie nicht zu verschließen. Für den Prozess sind insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt. Dem Angeklagten drohen 15 Jahre Haft. Sollte das Gericht zusätzlich Sicherungsverwahrung anordnen, würde der Nettetaler „als Gefahr für die Allgemeinheit” für unbestimmte Zeit im Gefängnis bleiben müssen. Das Urteil soll frühestens im Februar verkündet werden.
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