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Prozessauftakt gegen Neonazis unter Polizeischutz

Von: Michael Klarmann
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Vor dem Aachener Amtsgericht müssen sich seit Donnerstag vier Neonazis wegen des Angriffs auf eine Demonstration von Nazigegnern verantworten.

Aus Furcht, dass rechte oder linke Aktivisten neuerlich hätten aufeinandertreffen können, war die Polizei am Justizzentrum mit einer Einsatzhundertschaft präsent. Der Prozessauftakt dauerte dann nur wenige Minuten.

Wegen des Angriffs waren vor Monaten schon mehrere Heranwachsende wegen Landfriedensbruch unter Auflagen verwarnt worden. Der neue Prozess richtet sich nun gegen vier erwachsene Neonazis aus Aachen, Düren und Vettweiß. Unter den Angeklagten befindet sich auch der schon einschlägig verurteilte „Kameradschaftsführer” der Kameradschaft Aachener Land (KAL), René L., der zum Tatzeitpunkt auch stellvertretender Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Düren war.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die vier Angeklagten im März 2008 mit einer Gruppe von teils bewaffneten Neonazis eine antifaschistische Demonstration am Holzgraben in Aachen angegriffen haben. Es kam zu Schlägereien. Angesichts hinzugerufener Polizisten flohen die Neonazis zwar, jedoch konnten einige später gefasst werden.

Darüberhinaus muss sich der Student aus Düren zusätzlich wegen zweier Körperverletzungsdelikten verantworten. Einem Anklagepunkt zufolge soll er im Juli 2008 in Rurberg einen Mann mit einer Bierflasche ohnmächtig geschlagen haben.

Der Student soll einem weiteren Anklagepunkt zufolge bei einer Schlägerei zwischen Neonazis, Gästen und Sicherheitspersonal in einer Aachener Diskothek eine Frau verletzt haben. Bei der Festnahme stellte die Polizei bei dem Neonazi zudem ein sogenanntes Würgeholz sicher, weswegen ihm auch Verstoß gegen das Waffengesetz vorgeworfen wird. In die Schlägerei war nach Recherchen dieser Zeitung im Dezember 2009 auch ein Neonazi aus Aachen verwickelt, der derzeit wegen der Vorbereitung von Sprengstofftaten in Untersuchungshaft sitzt.

Nachdem der Prozess mit einer Stunde Verspätung begann, konnte der Staatsanwalt letztlich nur die Anklageschrift verlesen. Einige Strafverteidiger sollen noch keine Akteneinsicht gehabt haben, für einen Angeklagten muss zudem noch ein Pflichtverteidiger bestellt werden.

Der Prozess wird am 28. Oktober fortgesetzt, das Urteil wird für den 11. November erwartet.

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