Prozess um Tod des Pflegekindes Anna beginnt am 24. Januar

Von: Markus Peters, dapd
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Bonn. Der gewaltsame Tod des neunjährigen Pflegekindes Anna beschäftigt ab dem 24. Januar das Bonner Landgericht.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Pflegeeltern des Mädchens unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen in 55 Fällen vor, sowie Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte, hat die Schwurgerichtskammer zunächst neun Verhandlungstermine bestimmt, mit einem Urteil wird am 28. Februar gerechnet. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft haben die Pflegeeltern Anna gequält und roh misshandelt, was letztlich zum Tod des Kindes geführt hat.

Kind soll regelmäßig unter Wasser getaucht worden sein

Anna war seit Juli 2008 bei den Pflegeeltern untergebracht. Die Staatsanwaltschaft geht in ihrer Anklageschrift davon aus, dass das Kind seit spätestens August 2009 von seinen Pflegeeltern auf das Übelste misshandelt wurde. Dabei seien die meisten Übergriffe von der Pflegemutter begangen worden.

In 20 Fällen war Anna für längere Zeit unter Wasser getaucht worden, wobei sie teilweise gefesselt war. Diese wie auch die übrigen Taten habe der Pflegevater in vollem Umfang zugegeben, hieß es von der Staatsanwaltschaft weiter. Die Pflegemutter hat die Vorwürfe hingegen weitgehend abgestritten.

Die 49-Jährige soll Anna auch am 22. Juli vergangenen Jahres in der Badewanne untergetaucht haben. Der Pflegevater sei erst eingeschritten, als das Kind bereits im Gesicht blau anlief. Das Mädchen wurde bewusstlos in eine Kinderklinik eingeliefert, wo es kurz darauf starb. Auch zu den Umständen von Annas Tod hat der 49-Jährige laut Staatsanwaltschaft ein Geständnis abgelegt. Seine Aussagen deckten sich weitgehend mit den Beweisen.

Anna ertrinkt in Badewanne

Nach Angaben der Justizbehörde verfügten die Pflegeeltern offenbar über Atteste, in denen stand, dass sich Anna selbst verletze und unter einer Wasserphobie leide. Diese Atteste waren aber offenbar unzutreffend. Im Falle einer Verurteilung drohen den Pflegeeltern Freiheitsstrafen von einem bis zu 15 Jahren.
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