Prozess gegen Arzt wegen Vergewaltigung der Ehefrau

Von: dpa
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Bonn. Wegen zahlreicher Vergewaltigungen in der Ehe muss sich seit Mittwoch ein Klinikarzt vor dem Bonner Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-jährigen Mediziner zahlreiche Gewaltexzesse während der vier Jahre andauernden Ehe vor.

Angeklagt sind fünf Vergewaltigungen und sieben Körperverletzungen. Die 44-jährige Ehefrau hatte erst nach der Trennung von ihrem Mann im Jahr 2007 die Polizei eingeschaltet. Der Mediziner jedoch hat die sexuellen Gewalttaten bislang bestritten ­ und seine Ehefrau wegen falscher Anschuldigung angezeigt.

Der Prozess ist nicht ohne gesellschaftliche Brisanz: Denn offenbar gibt es zahlreiche, auch prominente Zeugen, die in den Rosenkrieg verstrickt sein sollen. Die Zeugenliste jedenfalls liest sich wie ein „Wer ist Wer” von Bonn: darunter ein Professor der Medizin, ein Rechtsanwalt oder ein Kommunalpolitiker.

Wegen der Affäre eines Bonner Staatsanwalts mit der Ehefrau des Angeklagten kam es gleich am ersten Prozesstag zu einem Eklat: Die Verteidigung beantragte, die Staatsanwältin wegen mangelnder „Objektivität und Neutralität” abzulösen. Unter anderem habe sie sich in den Ermittlungen nicht genügend von dem Kollegen distanziert. Die Richter empfahlen der Bonner Anklagebehörde, die Staatsanwältin abzulösen oder ihr einen weiteren Sitzungsvertreter zur Seite zu stellen, der bislang mit den Ermittlungen nicht befasst war.

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