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Prostituierte für 17.000 Euro an Würselener Club verkauft

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Die Frauen, die für 17.00 Euro an einen Club aus Würselen verkauft worden sein sollen, arbeiteten zunächst in der Antoniusstraße. Foto: Steindl

Aachen. Das gibt es nur in Afrika oder Asien? Nein, auch in Aachen werden anscheinend im Milieu Frauen verkauft, meistbietend beispielsweise an die Herrn Kollegen aus der Nachbarstadt Würselen.

So jedenfalls hörte es sich gestern im Prozess vor dem Aachener Landgericht gegen drei mutmaßliche Zuhälter an. Sie alle drei stammen aus Rumänien und sollen junge Frauen aus ihrem Heimatland als Prostituierte nach Aachen gebracht haben.

Die Frauen arbeiteten zunächst in der Antoniusstraße. Nach einiger Zeit waren sie wohl so gut, dass sie an Nachbarstädte „ausgeliehen” wurden, so mussten sie auch im Düsseldorfer Bahnhofsviertel anschaffen gehen. Die drei Angeklagten im Alter von 26, 34 und 43 Jahren schwiegen gestern zu den Tatvorwürfen. Das galt auch für den 43-jährigen Hauptangeklagten Cornel C., dem die Behörde vertreten durch Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts neben Zuhälterei und Förderung der Prostitution auch die Vergewaltigung frisch eingeschleuster Frauen vorwirft.

Über eine rumänische Vermittlerin bezogen die Angeklagten anscheinend ihren Nachwuchs aus dem Heimatland. Zwischen 2006 und 2010 sollen sie nach der jetzigen Anklage mindestens drei Frauen nach Aachen gebracht haben. Die erste von sei allerdings freiwillig gekommen und auf den Strich gegangen.

Bei ihr kassierten die Angeklagten direkt die Hälfte der Einkünfte, um das Geld über einen Kapitaldienst nach Rumänien zu schaffen. Von der anderen Hälfte musste die Prostituierte ihr Zimmer in der Antoniusstrasse und ihren Lebensunterhalt bezahlen. So sollen insgesamt 85.000 Euro in die Heimat geschafft worden sein. Später sollen andere Opfer durch falsche Versprechungen der ortsansässigen Vermittlerin nach Deutschland gelockt worden sein.

Weitere 17.000 Euro kassierten die Zuhälter laut Staatsanwaltschaft durch den Verkauf einer Spitzenkraft in einen Club nach Würselen, das Etablissement liegt an der Krefelder Straße. Dort muss die Frau, so hieß es, zunächst ihren Kaufpreis wieder hereinholen, erst dann bekommt sie, hieß es vor der 7. Großen Strafkammer unter Vorsitz von Richter Jürgen Beneking, Anteile aus ihrem Verdienst.

Die Zuhälter hielten wie üblich die Papiere unter Verschluss. Die erste Zeugin, die gegen die Angeklagten aussagen sollte, kam gestern nicht. Sie soll morgen von der Polizei vorgeführt werden.
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