Privatklinik zu 300.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt

Letzte Aktualisierung:

Bonn. In einem Prozess um Ärztepfusch hat das Bonner Landgericht eine Privatklinik und ihren Geschäftsführer zur Zahlung von 317.000 Euro Schmerzensgeld und Schadensersatz verurteilt.

Das bestätigte ein Gerichtssprecher am Montag. Ein heute 68 Jahre alter Rentner, der über chronische Schmerzen im Nackenbereich klagte, hatte sich nach einem Bandscheibenvorfall zwischen dem sechsten und siebten Halswirbel im August 2008 in der Bonner Klinik operieren lassen. Als er aus der Narkose erwachte, war er querschnittsgelähmt. Seitdem ist er auf den Rollstuhl angewiesen (AZ: LG Bonn 9 O 161 aus 09).

Laut Urteil der 9. Zivilkammer hat die auf Rückenprobleme spezialisierte Klinik den Patienten in einem Vorgespräch nur unzureichend aufgeklärt. Von Risiken sei dabei überhaupt keine Rede gewesen. Der Kläger habe dadurch die falsche Vorstellung gehabt, dass durch den Eingriff das Problem und die Schmerzen behoben werden könnten.

Die Erfolgsaussichten seien bei einem solchen Krankheitsbild aber nur minimal, hatte ein medizinischer Gutachter dargelegt. Von alternativen Behandlungsmethoden wie Krankengymnastik sei in dem Vorgespräch aber nicht die Rede gewesen. Einen medizinischen Behandlungsfehler hatte der Sachverständige verneint.

Der Kläger hatte erklärt, wenn ihm das Risiko bekanntgewesen wäre, hätte er sich nicht operieren lassen. Die Bonner Privatklinik will das Urteil vor dem Oberlandesgericht Köln anfechten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert