Aachen - Presseclub im Medienhaus: Wann kommt die deutsche Antwort auf Macrons Ideen?

CHIO-Header

Presseclub im Medienhaus: Wann kommt die deutsche Antwort auf Macrons Ideen?

Von: gego
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Irgendwann zum Ende hin war Peter Heusch gar nicht mehr zu halten, da brach es aus ihm heraus, er feuerte eine These nach der nächsten ins Publikum. „Wenn Deutschland und Frankreich sich nicht einigen, wird Europa nie einig“, sagte Heusch, Frankreich-Korrespondent der „Aachener Nachrichten“.

„Schaffen wir es, neuen Elan in der EU zu entfachen, oder geht der schleichende Niedergang weiter?“ „Am Ende ist alles eine Frage des Geldes: Die Diskussion, was uns die EU wert ist, hat in Deutschland noch gar nicht stattgefunden.“ Man könnte Heuschs Thesen-Konvolut über die ganze Seite verteilen.

Im Mittelpunkt des Presseclubs im Rahmenprogramm zur Aachener Karlspreisverleihung am Montagabend im Medienhaus Zeitungsverlag Aachen stand eine Rede von Emmanuel Macron, die er kurz nach der Bundestagswahl an der Sorbonne-Universität gehalten hatte. Seine weitreichenden Visionen vom Umbau der EU hatten in Deutschland teils für helle Aufregung gesorgt und ihm andererseits den diesjährigen Karlspreis eingetragen. In Frankreich hingegen sei die Rede nur als eine von vielen wahrgenommen worden, sagte Birgit Holzer, Frankreich-Korrespondentin unter anderem der „Aachener Zeitung“.

Dass es aus Deutschland bislang keine Antwort auf Macrons Sorbonne-Rede gegeben hat, überrascht Michael Stabenow, Brüssel-Korrespondent der „FAZ“, gar nicht. Ein Antwort erwartet er kurz vor der Europawahl im Mai 2019. Bis dahin müsse eine konsensfähige Zukunft der EU entworfen sein. Wenig Zeit für Veränderungen, wie Macron sie skizziert hat.

Bei allem EU-Enthusiasmus der Korrespondenten und generell der politischen Eliten wies die französische Berlin-Korrespondentin Cécile Calla während der von Chefredakteur Bernd Mathieu moderierten Veranstaltung darauf hin, dass Macron nicht in erster Linie deswegen gewählt sei, „weil er pro-europäisch ist“. Sondern weil es in keinem EU-Mitgliedsland „eine solche Skepsis gegenüber den politischen Eliten gibt wie in Frankreich“. Einer Elite, der Macron bis zu seiner Wahl 2017 nicht angehörte.

 

Die Homepage wurde aktualisiert