Radarfallen Blitzen Freisteller

Preisgekrönter Filmregisseur kommt nach Aachen

Von: René Blanche
Letzte Aktualisierung:
5115277.jpg
Der preisgekrönter Filmregisseur Wolfgang Dinslage kommt nach Aachen.

Aachen. „Und wieder ein Tag, an dem es sich lohnt, nicht von der Brücke zu springen!“ Nicht, dass Wolfgang Dinslage je ernsthaft vorgehabt hätte zu springen, so verkörpert dieser Satz doch die Lebenseinstellung des gebürtigen Düreners: „Ich mache Filme, die eine positiv hoffnungsvolle, künstlerische Aussage rüberbringen – selbst, wenn das Leben nicht immer so einfach ist!“

Mit diesen Worten beschreibt der 44-Jährige im Grunde auch seinen eigenen Werdegang vom Aushilfskellner zum heute gefragten Filmregisseur und Drehbuchautor. Jetzt kommt der preisgekrönte Filmschaffende in die Kaiserstadt.

Lange hatte er auf den großen Durchbruch warten müssen, immer wieder Rückschläge und Durststrecken erdulden müssen, und dabei wollte er von Kindesbeinen an nur eines – Filme machen.

Anfangs hat Dinslage erhebliche Schwierigkeiten, an einer Filmhochschule aufgenommen zu werden, doch er gibt nicht auf: Er nimmt Schauspielunterricht, zeitweise sogar in Los Angeles. In jener Zeit knüpft er erste Kontakte zu den „Großen“ und ist als Darsteller in Filmen wie „Bang Boom Bang“ neben Til Schweiger zu sehen.

Dann im Jahr 2000 die erlösende Nachricht: Wolfgang Dinslage wird mit fast 32 Jahren Schüler an der heutigen Hamburg Media School und kann sofort sein Talent unter Beweis stellen. Mit seinen Kurzfilmen „Quak“ und „Die Katze von Altona“ gewinnt Dinslage zahllose Preise und wird schnell sehr hoch gehandelt. Alles scheint traumhaft, als auch noch die weltberühmte Produktionsfirma Warner Brothers bei Dinslage anklopft und ihm einen Film anbietet.

Was damals fast niemand verstehen kann: Idealist Dinslage lehnt ab. „Es war ein Film, in dem Witze über den Islam gemacht werden sollten. Solch eine Geschichte wollte ich nicht erzählen.“ Ein solches Angebot auszuschlagen, kommt ihn teuer zu stehen. Wolfgang Dinslage, der seither in Berlin lebt, wird arbeitslos, und verschwindet völlig in der Versenkung. Es brechen harte Jahre für ihn an, Jahre des Zweifelns, und wieder muss er sich als Hausmeister oder Kurierfahrer über Wasser halten.

Kein anderer Lebensweg

Spricht man heute mit ihm, so gewinnt man den Eindruck, als habe ihn diese Zeit reflektierter gemacht. „Ich hatte einfach die Notwendigkeit, mich künstlerisch auszudrücken!“ sagt er schmunzelnd und legt dabei besondere Betonung auf die Silbe „Not“. „Das bedeutet für mich, aus der Not heraus zu handeln, weil man keinen anderen Lebensweg gehen kann!“

Jede Faser dieses Mannes schreit einem förmlich entgegen: „Lass Dich niemals unterkriegen! Glaub an Deine Träume und folge ihnen – es lohnt sich.“ Dinslage hat seinen Mut nie verloren und bleibt dabei auf sympathische Art bescheiden: „Wenn der Künstler in Dir steckt, dann hast Du auch die Pflicht, danach zu leben. Das ist doch etwas Selbstverständliches.“

Heute weiß man, dass er mit allem Recht behalten sollte. Im Jahr 2010 lässt er sein Talent abermals mit dem Sat1-Film „Zurück zum Glück“ aufblitzen und legt 2012 mit „Für Elise“ einen Kinofilm der Extraklasse nach, für den er prompt mit dem Deutschen Filmkunstpreis ausgezeichnet wird.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert