Düsseldorf - Pooth-Affäre: Vorwürfe gegen toten Bürgermeister

Pooth-Affäre: Vorwürfe gegen toten Bürgermeister

Von: dpa
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Verona und Franjo Pooth
Verona und Franjo Pooth. Der Unternehmer ist vom Amtsgericht Düsseldorf wegen fahrlässiger Insolvenzverschleppung, Untreue, Bestechung im geschäftlichen Verkehr sowie Vorteilsgewährung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt worden. Foto: ddp

Düsseldorf. Im Streit um die Millionen-Kredite an Franjo Pooth greift der frühere Sparkassen-Vorstand Hans Martin Humme Düsseldorfs verstorbenen Oberbürgermeister Joachim Erwin scharf an.

Erwin (CDU) habe die Politiker im Aufsichtsrat getäuscht, um Hummes fristlose Kündigung durchzusetzen.

„Die Politiker im Verwaltungsrat haben offenbar den falschen Anschuldigungen des inzwischen verstorbenen OB Erwin geglaubt”, sagt Humme der Bild-Zeitung. Die Pooth-Affäre hatte den früheren Vorstandsmanager den Posten gekostet.

Der Staatsanwalt hat die Ermittlungen gegen Humme wegen Untreue inzwischen eingestellt und gegen Ex-Vorstand Karl-Heinz Stiegemann Anklage wegen Untreue in einem besonders schweren Fall erhoben.

Er soll Pooths inzwischen insolventer Firma „Maxfield” Kredite in Höhe von 9,4 Millionen Euro bewilligt und im Gegenzug einen Luxus- Fernseher erhalten haben. Humme hatte zwar von Pooth ebenfalls ein Fernsehgerät erhalten, es aber wenige Tage später abholen lassen und zurückgegeben.

Franjo Pooth ist bereits per Strafbefehl unter anderem wegen Bestechung und Untreue zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden.

Humme behält sich Schadenersatz-Ansprüche gegen die Sparkasse vor, zu Verona und Franjo hat er nach eigenen Worten keinen Kontakt mehr: „Das hat sich aufgrund der Entwicklung erledigt.”

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