Peter Paul Michalski: Ein Leben im Gefängnis

Von: dpa
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Urteil im Aachener Ausbrecherprozess
Im Aachener Ausbrecherprozess sind die Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski (vorne links) zu hohen Haftstrafen und Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Foto: dpa

Aachen. Peter Paul Michalski (47) hat sich einmal als „Berufsverbrecher” bezeichnet, sieht sich aber auch als Opfer des Justizsystems. Er sitzt seit 22 Jahren im Gefängnis, fast die Hälfte davon hat er in Isolationshaft verbracht - ohne Kontakt zu anderen Gefangenen.

Ständig wurde er in andere Haftanstalten verlegt: Werl, Detmold, Wuppertal, Köln, Bochum und irgendwann Aachen. Dass er darunter gelitten hat, steht ihm ins Gesicht geschrieben. Der hagere, glatzköpfige Mann wirkt viel älter als 47. Nach Angaben seines Anwalts leidet er an Konzentrationsschwächen.

Das Paradoxe ist: Einmal hatte er seine Entlassung schon vor Augen - nutzte dann aber einen Freigang dafür, einen Mann umzubringen, der einen Komplizen verpfiffen hatte. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft zeigt das deutlich, dass er nicht mehr in die Gesellschaft integriert werden kann, ein hoffnungsloser Fall eben. Auch eine Psychiaterin kam zu dem Schluss: „Bei Herrn Michalski kann man von einem eingeschliffenen inneren Zustand sprechen, Straftaten zu begehen.”

Michalski sieht das anders: Er sei nicht mehr der eiskalte Gangster von früher, hat er vor Gericht versichert. Dafür müsse man sich doch nur ansehen, wie Heckhoff und er auf der Flucht ihre Geiseln behandelt hätten. Keinem hätten sie etwas zuleide getan, manchen sogar etwas Geld mitgegeben. „Es sollte niemand verletzt werden.” Was er verschweigt, sind die Alpträume, die manche Geiseln bis heute quälen.

Dass Michalski nicht die alleinige Verantwortung für seine Verbrechen trägt, steht für die Verteidigung fest: Seine Mutter und sein Stiefvater waren Alkoholiker, mit 17 verließ er die Sonderschule, eine Ausbildung hat er nie gemacht. Was hätte er anderes tun können, als zu stehlen? Eine überzeugende Antwort auf diese Frage hat er nach eigenem Dafürhalten bis heute nicht bekommen.

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