Aachen - Per Bahn von Aachen nach Maastricht, irgendwann

Per Bahn von Aachen nach Maastricht, irgendwann

Von: Marlon Gego
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Endstation Aachen-Vetschau: Um
Endstation Aachen-Vetschau: Um die Lücke zwischen den bestehenden Gleisen zu schließen, müssten für eine Bahnverbindung Aachen-Maastricht ab dort 3,5 Kilometer neue Gleise gebaut werden . Foto: gego

Aachen. Es ist nicht lange her, da hat der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) freudig erklärt, dass ab Ende 2014 zwischen Aachen und Maastricht der Bahnverkehr aufgenommen werde. Auf niederländischer Seite seien Fördermittel bereits zugesichert, auf deutscher sei dies nur noch Formsache. Das war im August 2011.

Jetzt, im März 2012, zeigt sich, dass Philipp allzu zuversichtlich war: Die Finanzierung des Bahnprojektes ist keineswegs gesichert, ein Betreiber steht nicht fest, und eine Inbetriebnahme selbst bis Ende 2017 ist nach Auskunft des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) noch „optimistisch gerechnet”.

Die Idee ist, bereits bestehende Gleise zu verbinden. 3,5 Kilometer Schienenneubau zwischen Aachen-Vetschau und Spekholzerheide wären nötig, um Aachen mit Maastricht zu verbinden. Für den Gleisbau sind in Deutschland die Deutsche-Bahn-Tochter DB Netz und in den Niederlanden der Netzbetreiber ProRail zuständig. In einer Verwaltungsvorlage für den Aachener Stadtrat erklärte die Stadtverwaltung Ende Januar, „beide Unternehmen befinden sich derzeit in den Vorbereitungen, um die Voraussetzungen für eine enge grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu schaffen”.

Von diesen Vorbereitungen weiß die DB Netz allerdings nichts. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte ein Sprecher, die Voraussetzungen, um die Arbeit an diesem Projekt beginnen zu können, lägen überhaupt noch nicht vor. Es gehe um offene Finanzierungsfragen, um eine Fahrplantaktung, über die noch nicht entschieden sei, um die zu erwartenden Fahrgastzahlen.

Für das Geld, das auf deutscher Seite verbaut werden soll - nach derzeitiger Planung 22 Millionen Euro (Niederlande: 18 Millionen)-, ist in letzter Instanz das NRW-Wirtschaftsministerium zuständig. Eine Anfrage zum Stand des Projekts beantwortete eine Sprecherin so: „Derzeit ist noch nicht klar, wer Vorhabenträger für anstehende weitere Planungsschritte und Betreiber sein wird. Nahverkehr Rheinland und Aachener Verkehrsverbund müssen nun die Fragen der Finanzierung sowohl der Infrastrukturmaßnahme als auch des künftigen Betriebes klären.” Mit anderen Worten: Das Projekt steht immer noch ganz am Anfang.
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