Aachen - Passagiere vier Stunden im Thalys gefangen

Passagiere vier Stunden im Thalys gefangen

Von: Thorsten Karbach
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Thalys
Ein französischer Thalys hat sich am Sonntagmorgen beim Verlassen des Aachener Hauptbahnhofs am anstieg zum Ronheider Buschtunnel einen Stromabnehmer abgerissen und dabei auch die Oberleitung beschädigt. Foto: Ratajczak

Aachen. Eigentlich hätten sie längst in Brüssel oder auf dem Weg nach Paris oder London sein sollen, doch für 150 Passagiere des Thalys 9418 Richtung Belgien endete die Reise ein paar hundert Meter hinter dem Aachener Hauptbahnhof. Der Thalys hatte sich um 8. 39 Uhr kurz hinter der Fußgängerbrücke an der Kamper Straße einen Stromabnehmer abgerissen und die 3000-Volt-Oberleitung beschädigt.

Ein Kabel kokelte die Verkleidung des Zuges an. Eine Weiterfahrt war nicht möglich, und weil die Oberleitung über den Gleisen herabhing, durften die Passagiere den Hochgeschwindigkeitszug auch nicht verlassen - für vier Stunden. Erst gegen 12.30 Uhr wurde Entwarnung gegeben, und die Feuerwehr, die sich rund um den Zug für eine mögliche Evakuierung aufgestellt hatte, wurde am Ende doch wieder abgezogen.

Bis dahin war an den Bahnhöfen in Aachen und im belgischen Welkenrath das Chaos ausgebrochen, denn die Strecke Aachen-Welkenrath war für die Bergung des Thalys komplett gesperrt worden. Die Bahn richtete einen sogenannten Schienenersatzverkehr ein, Busse pendelten zwischen den Bahnhöfen. „Wir konnten relativ zügig reagieren”, kommentiert Bahnsprecher Udo Kampschulte die Geschehnisse. Und so warteten die Bahnreisenden an der Bushaltestelle und nicht an den Gleisen.

Der Thalys musste wiederum abgeschleppt werden, die Bahn schickte „Hiob” an die Unfallstelle. Das „Hubarbeitsbühnen-Instandhaltungsfahrzeug Oberleitungen” reparierte den Schaden an der Oberleitung. Die Ermittlungen, wie es zu dem Schaden kommen konnte, laufen. „Es kann sowohl eine Störung am Fahrzeug als auch an der Oberleitung gewesen sein”, erklärt Kampschulte. Gegen 15 Uhr hatte „Hiob” dann auch die defekte Leitung repariert, und die Züge zwischen Aachen und Belgien konnten wieder auf beiden Gleisen Fahrt aufnehmen.

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