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Oliver Kahn motiviert junge Knast-Fußballer

Von: dpa
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Oliver Kahn besucht Fußballturnier in JVA
Oliver Kahn (M, 40) mit den Gewinnern des Fußballturniers „Anstoß für ein neues Leben” in der JVA Siegburg. Kahn ermutigt bei seinem Besuch junge Gefangene, sich Lebensziele zu setzen. Foto: dpa

Siegburg. Torwartlegende Oliver Kahn (40) hat bei einem Besuch im Gefängnis Siegburg bei Köln junge Gefangene ermutigt, sich Lebensziele zu setzen.

Sein Erfolg beruhe nicht nur auf Talent, sondern auch auf Disziplin: „Ich habe immer wie ein Bekloppter trainiert”, sagte Kahn vor jugendlichen Straftätern, die bei dem Finale des Fußballturniers „Anstoß für ein neues Leben” mitgekickt haben.

Kahn erzählte ihnen von persönlichen Erfolgen und Niederlagen und davon, wie er mit Frustration umzugehen gelernt habe - etwa damit, bei der WM 2006 nur die Nummer 2 gewesen zu sein. Sein Publikum nahm beim Motivationstraining eine unerwartete Randbemerkung mit Gelächter auf: „2006 wären wir dann doch Weltmeister geworden, wenn... ”, witzelte Kahn.

Zu seinem Privatleben wollte sich Kahn, der erst kürzlich die Trennung von Ehefrau Simone bekanntgegeben hat, nicht äußern. Nur soviel: Er arbeite an verschiedenen Projekten, auch für TV-Shows im Ausland. Nach dem Ende seiner Torhüter-Karriere spiele er nun Golf und halte sich außerdem mit Waldläufen fit. „Ich könnte den Halbmarathon laufen”, sagte Kahn.

Zur sportlichen Leistung seiner Ex- Mannschaft merkte er an: „Der FC Bayern München hat erhebliche Anfangsprobleme gehabt.” Ein guter Name allein reiche nicht aus, um die Champions League zu gewinnen, dazu bedürfe es vor allem eines starken Zusammenhalts innerhalb der Mannschaft.

Bei dem Projekt „Anstoß für ein neues Leben”, bei dem 14 bis 24- Jährige aus sechs nordrhein-westfälischen Jugendhaftanstalten mitgekickt haben, war ihr fußballerisches Können nur zweitrangig. Die rund 90 Teilnehmer sollen beim gemeinsamen Training „Ausdauer, Zielstrebigkeit und Leistungsbereitschaft” lernen, sagte Nordrhein- Westfalens Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU), deren Ministerium das Pilotprojekt mit der DFB-Stiftung Sepp Herberger und dem Westdeutschen Handwerkskammertag vor gut einem Jahr startete.

Jugendliche Straftäter sollen beim Sport auf das Leben nach der Haft vorbereiten werden. Die Handwerkskammer helfe die gestärkten Jugendliche nach ihrer Entlassung Ausbildungs- und Arbeitsstellen zu vermitteln, während der DFB geeignete Vereine für die guten Spieler suche.

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