Aachen/Donegal - Offen bleibt: Was trieb Enda McL. zu seiner Todestour?

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Offen bleibt: Was trieb Enda McL. zu seiner Todestour?

Von: heck/udo
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Am Rastplatz Rurscholle bei Düren fand die blutige Flucht von Enda McL. ihr tödliches Ende. Der Ire wurde beim Überqueren der A4 von einem Auto erfasst. Foto: Ralf Roeger

Aachen/Donegal. Das Rätsel um den überfahrenen Messerstecher von der A4 ist jetzt auch offiziell gelöst. Am Donnerstagnachmittag bestätigte die Staatsanwaltschaft Aachen Informationen unserer Zeitung, dass es sich um einen 27-jährigen Serientäter aus Irland handelte. Enda McL. hatte vor seinem Tod am Montag drei Menschen zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Nachdem er in der Nacht im Aachener Pontviertel einen Taxifahrer und einen Anwohner mit dem Messer niedergestochen hatte, hatte sich der 27-Jährige von einem zweiten Taxi über die Autobahn 4 in Richtung Köln fahren lasssen. Bei einem Stopp auf dem Parkplatz Rurscholle gelang dem mittlerweile per Funk über seinen Gast informierten Fahrer die Flucht.

Der stehengelassene McL. stach mit seinem Messer einen estnischen Lkw-Fahrer nieder, der ihm helfen wollte, und rannte über die Fahrbahn. Dort wurde er von einem Auto erfasst und tödlich verletzt. Mehrere andere Fahrer hatten dem Mann auf der Fahrbahn zuvor nur knapp ausweichen können.

Da der Tote eine Art Gefängnisausweis aus Irland bei sich trug, konnte seine Identität schließlich ermittelt werden. Offen bleibt, was seine blutige Tour von Heerlen über Aachen in Richtung Köln ausgelöst hatte - und was das eigentliche Ziel seiner Reise war. „Warum er sich in den Niederlanden und im Bundesgebiet aufgehalten hat, konnte nicht ermittelt werden“, sagte Jost Schützberg, Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Laut „Irish Mirror“ war der Mann, der aus dem Ort Glentogher im Bezirk Donegal stammt und bereits 23 Vorstrafen auf dem Kerbholz hatte, erst am 9. April aus der Haft entlassen worden. Nach Angaben der irischen Zeitung war McL. unter anderem im Jahr 2007 für 18 Monate verurteilt worden, weil er einen Zirkus-Mitarbeiter vor den Augen vieler Kinder attackiert hatte. Sein Anwalt plädierte in diesem Verfahren wegen psychischer Probleme auf verminderte Schuldfähigkeit.

2012 stand McL. laut „Irish Mirror“ vor Gericht, weil er eine Weinflasche auf dem Kopf eines Mannes zertrümmerte hatte und mit einer Scherbe weiter auf sein Opfer eingestochen hatte. 2010 soll er einen Polizisten, der ihn zu Hause aufgesucht hatte, gewarnt haben, dass es entweder sich oder jemand anders töten werde.

Drastisch auch seine Aussage laut „Irish Mirror“ gegenüber einem Richter, der ihn fragte, ob McL. etwas gegen seine Alkoholsucht tun wolle. „Ja - wenn Sie mich erschießen“, hatte der 27-Jährige demnach vor Gericht geantwortet.

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