Acubi Freisteller

Nur in der Eifel ist von der „Sofi“ etwas zu sehen

Von: red/dpa
Letzte Aktualisierung:
Sonnenfinsternis / Foto: Andy Holz, Huertgenwaldwetter.de
Trüber Blick aufs seltene Spektakel: Dieses Bild machte Andy Holz von der privaten Wetterstation Huertgenwaldwetter.de.
Sofi
Unser Leser Sven Nowak schickte uns dieses stimmungsvolle Foto der Sonnenfinsternis.
Sonnenfinsternis / Foto: Andy Holz, Huertgenwaldwetter.de
Fotografen hatten nur an wenigen Stellen in der Eifel das Glück, etwas von der Sonnenfinsternis zu sehen. Foto: Andy Holz, Huertgenwaldwetter.de
Sonnenfinsternis / Foto: Andy Holz, Huertgenwaldwetter.de
Graues Quadrat mit weißer Sichel: Immerhin war in der Eifel überhaupt etwas von der Sonnenfinsternis zu sehen. Foto: Andy Holz, Huertgenwaldwetter.de
Sonnenfinsternis , Foto: Andy Holz / Huertgenwaldwetter.de
Fotografischer Beweis: Auf dem Stehling bei Mützenich war die Sonnenfinsternis mit der Kamera abzubilden. Foto: Andy Holz, Huertgenwaldwetter.de

Aachen/Monschau. Wer sich extra eine Brille gekauft hatte, um die Sonnenfinsternis am Freitag zu sehen, dürfte sich geärgert haben: Ein verschleierter grauer Himmel hat den Menschen in Nordrhein-Westfalen vielerorts buchstäblich den Blick vernebelt. Einzig in der Eifel war stellenweise etwas vom Himmelsschauspiel zu sehen.

Auf dem rund 660 Meter hohen Berg Stehling im Monschauer Stadtteil Mützenich, der höchsten Erhebung der Städteregion Aachen, gelang Fotografen ein Blick auf die vom Hochnebel verborgenene Sonnensichel. Auch aus Roetgen vermeldeten Beobachter zumindest kurze Sichtmöglichkeiten. In Düren hingegen blieb es grau, genauso wie in Geilenkirchen und Heinsberg.

In Aachen bekamen Beobachter lediglich einen grauen Himmel zu sehen. Großen Andrang gab es jedoch in der Sternwarte am Hangeweiher. Dort wurde das Spektakel live auf einer Leinwand übertragen und von vielen Besuchern verfolgt.

In Eschweiler wurde in der proppenvollen Aula der Bischöflichen Liebfrauenschule statt der Live-Übertragung vom Teleskop auf dem Schulhof ein Stream von den Faröer Inseln und aus Hannover gezeigt.

Von „dicker Suppe” berichteten Schaulustige in Essen, Düsseldorf, Bonn oder andernorts im Nationalpark Eifel auf Twitter. Anderswo war die Naturschauspiel hinter einer Wolkendecke zumindest kurzzeitig zu sehen: „Na geht doch! In Hagen kämpft sich die Sofi-Sonne durch den Nebel!”, schrieb „WDR Aktuelle Stunde” unter einem passenden Bild.

Allenfalls über 400 Meter - etwa im Rothaargebirge oder Hochsauerland - konnte man beobachten, wie sich das Naturschauspiel an der verdunkelten Sonnenscheibe abzeichnete, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Mit Teleskopen und Foto-Stativen richteten sich Schaulustige auf dem Kahlen Asten (842 Meter) oder an den Externsteinen im Teutoburger Wald (267 Meter) ein. Rund 100 Menschen kamen insgesamt zu beiden Aussichtspunkten. Vor allem Schüler, Studenten oder Fotografen waren dabei, aber auch so manche „Esoteriker und Freaks” will eine Mitarbeiterin des Info-Zentrums auf dem Weg zu der markanten Sandstein-Felsformation gesehen haben.

Weil am Kölner Himmel - wie auch in Düsseldorf, Essen oder Münster - so gut wie nichts zu entdecken war, lenkte eine skurrile Gestalt auf dem Vorplatz des Doms alle Blicke auf sich: Als „urzeitlicher Astronom” bezeichnete sich Gajdács Zakariás - ein Selbstdarsteller in einem auffälligen Gewand mit Schottenkaro-Muster, Ochsenhorn, schwarzer Maske und Schutzbrille. Medienwirksam setzte er sich für die Fotografen in Szene. Er pflege einen keltischen Brauch, der angeblich vor den Römern in der Gegend um Köln existierte: „Damals war die Sonnenfinsternis ein Feiertag, deshalb möchte ich sie nach altem Brauch empfangen”.

Auch im Internet hatten Witzbolde in sozialen Netzwerken mehr Spaß an dem Spektakel als die eigentlichen Beobachter: „Sonnenfinsternis, oder wie es in Düsseldorf heißt: „50 Shades Of Grey””, hämte ein Nutzer im Kurznachrichtendienst Twitter. Ein anderer kommentierte: „Köln-Tourismus plant Postkarte zur Sonnenfinsternis in Köln.” Der „Entwurf”: ein graues Rechteck. Die Pressestelle der Stadt Dortmund scherzte auf Twitter: „Wir haben die Sonnenfinsternis über Dortmund” - und postete ein Foto von der nächtlichen Skyline der Stadt mit einem einmontierten Bild einer Sonnenfinsternis.

Ernüchterung auch bei jenen, die das Ereignis mit sportlicher Ertüchtigung verknüpften: In Herten im Ruhrgebiet waren einige Hundert auf die Halde Hoheward gestiegen (höchste Stelle: 152,5 Meter). Die Belohnung für ihre Anstrengungen? Frösteln bei fünf Grad, feucht-kühlem Wetter und eine sprichwörtliche Nebelsuppe.

Vor allem die zahlreichen Schulklassen hatten sich von ihrem Ausflug mehr erhofft. Mit viel Glück konnte man gerade mal 100 Meter weit blicken. Genug, um zumindest die Stative der Hobby- und Profi-Fotografen aus dem Nebel auftauchen zu sehen. Die Sonnenfinsternis spielte sich dagegen hier lediglich auf dem Boden ab: Hinter einem Gebüsch an einer Weggabelung wurde das Himmelsphänomen auf einer Schautafel für die Besucher erklärt.

Bis Samstagmorgen erwarteten die Meteorologen jedoch etwas Regen. „Der wäscht die Partikel aus“, so Malte Witt. Dann weicht das Waschküchenwetter einem kühlen Märztag mit rund acht Grad.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert