Köln - Nordrhein-Westfalen weitet Verkehrskontrollen aus

Nordrhein-Westfalen weitet Verkehrskontrollen aus

Von: Fabian Wahl, dapd
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Innenminister Ralf Jäger (SPD) zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen des landesweiten „Blitz-Marathons” gegen zu schnelle Autofahrer in Nordrhein-Westfalen. Die Polizei habe rund 456.000 Verkehrsteilnehmer kontrolliert, 17.169 seien trotz der Ankündigung der Messaktionen zu schnell gefahren, teilte der Minister am Samstag zum Abschluss der 24-stündigen Aktion fest. Foto: dapd

Köln. Mit transparenten und häufigeren Geschwindigkeitskontrollen will Innenminister Ralf Jäger (SPD) die dramatisch gestiegene Zahl der Verkehrstoten senken.

„Jetzt muss der Autofahrer jederzeit damit rechnen, geblitzt zu werden”, sagte er am Freitag in Köln. Die geplanten Geschwindigkeitskontrollen werden ab sofort im Internet bekannt gegeben. Dadurch könne die Geschwindigkeit präventiv gesenkt werden, sagte Jäger. Zugleich soll es mehr Verkehrskontrollen geben. Dabei kommen verstärkt Streifenwagen zum Einsatz.

Die geplanten Geschwindigkeitskontrollen sollen auf den Internetseiten der örtlichen Kreispolizeibehörden aufgelistet werden. Jäger berief sich auf eine Studie der Universität Köln. Landesweit sind in diesem Jahr bis Oktober 522 Menschen im Straßenverkehr gestorben, 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Allein am vergangenen Wochenende waren in NRW 15 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben.

Radfahrer in der Pflicht

„Zu schnelles Fahren ist der Killer Nummer eins”, sagte Jäger. Bei der ausgeweiteten Kontrolle gehe es nicht um die Verteilung von Knöllchen, sondern um mehr Sicherheit. Wie viel mehr Kontrollen künftig durchgeführt werden sollen, sagte Jäger nicht.

„Wir werden ausreichend Radargeräte haben.” Den Angaben zufolge sind bei den üblichen Verkehrskontrollen rund acht Polizeibeamte im Einsatz. Für die Streifenwagen, aus denen heraus nur geblitzt werden soll, sind deutlich weniger Beamte nötig.

Unfallschwerpunkte und Straßen, auf denen vielfach gerast werde, stünden im Fokus. Auch Radfahrer und Fußgänger, die sich immer seltener an Vorschriften hielten, würden konsequenter bestraft, kündigte der Minister an.

Kein Tempolimit

Einem schärferen Tempolimit, wie etwa eine komplette Tempo-30-Zone in Innenstädten, erteilte Jäger vorerst eine Absage. Es gehe nicht um die Einführung zusätzlicher Regeln, sondern darum, die Einhaltung der bestehenden zu kontrollieren. Es mache keinen Sinn, zusätzliche Schilder aufzustellen, wenn diese niemand beachte.

Innerhalb der vergangenen zehn Jahre war die Zahl der Verkehrstoten halbiert worden. In diesem Jahr hat sich der Trend überraschend umgekehrt. Als eine mögliche Ursache wird der sonnige Frühling gesehen, der viele Autofahrer, Motorrad- und Radfahrer auf die Straßen lockte.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) unterstützt die Pläne von Jäger. „Autofahrer hassen Blitzer, aber sie übersehen dabei, dass Blitzen Leben rettet”, sagte der GdP-Landesvorsitzende Frank Richter.
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