Niederlande heben Bußgelder drastisch an

Von: fel
Letzte Aktualisierung:

Aachen/Den Haag. Dass Autofahren in den Niederlanden immer schon etwas teurer war, hat sich herumgesprochen. So ist zu schnelles Fahren oder Falschparken schon immer mit im Vergleich zu deutschen Verhältnissen empfindlichen Strafen geahndet worden. Nun kommt es allerdings noch viel heftiger.

Temposünder, Rowdies und Falschparker müssen spätestens ab dem 1. Januar sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Die Bußgelder verdoppeln sich teilweise fast.

Kostprobe gefällig? Bei Rot über die Ampel oder mit Handy am Ohr zu fahren kostet nach den Plänen des niederländischen Verkehrsministers Ivo Opstelten künftig 220 Euro (vorher: 180 Euro). Wer ohne Gurt unterwegs ist, wird mit 120 Euro (vorher: 100) zur Kasse gebeten.

Besonders drastisch langt der niederländische Staat künftig bei rüpelhaftem Verhalten zu: Wer ohne Berechtigungsschein auf Behindertenparkplätzen parkt, Fußgänger am Zebrastreifen ignoriert und dort durchfährt oder auch einfach nur unnötigen Lärm verursacht, zum Beispiel durch Hupen oder rasantes Beschleunigen, wird mit 340 statt vorher 180 Euro zur Kasse gebeten.

Nicht zimperlich geht es auch bei Geschwindigkeitsverstößen zu: Wer zum Beispiel in einer Tempo-30-Zone nur vier Kilometer pro Stunde zu schnell unterwegs ist, riskiert ein Bußgeld von 43 Euro - plus sechs Euro Bearbeitungsgebühr.

Kopfschütteln im Nachbarland

Die Pläne der Den Haager Mitte-Rechts-Regierung (die vom Rechtspopulisten Geert Wilders toleriert wird) stoßen in den Niederlanden auf wenig Gegenliebe.

Die Tageszeitung „De Limburger” listet zum Vergleich einmal die Bußgelder für kriminelle Handlungen auf: Der Komsum harter Drogen wird mit 180 Euro geahndet, Brandstiftung kostet 200 Euro, und selbst Ladendiebstahl ist mit 290 Euro im Vergleich zum Parken auf dem Behindertenparkplatz (340 Euro) geradezu ein Sonderangebot.

Der Verkehrspsychologe Cees Wildervranck aus Groningen wird von „De Limburger” mit der Vermutung zitiert, bei den drakonischen Strafen handele es sich um eine Art fehlgeleitete Antwort „auf den Ruf des Mannes auf der Straße nach härteren Strafen” - und ansonsten um Mehreinnahmen für das Staatssäckel. Mehr Sicherheit - das sei durch eine hinreichende Menge an Studien belegt - lasse sich durch die Bußgeldkeule allerdings nicht auf die Straße bringen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert