Niederländer bitten deutsche Fahrer zur Kasse

Von: Udo Kals und Heiner Hautermans
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b 220 Euro für das Telefonieren mit dem Handy am Steuer, 155 Euro für Autofahrer, die auf der Autobahn 20 Stundenkilometer zu schnell unterwegs sind, oder 85 Euro für falsches Parken am Straßenrand - seit dem 1. Januar müssen Temposünder, Rowdys und Falschparker in den Niederlanden noch tiefer in die Tasche greifen als bereits zuvor. Foto: imago

Aachen/Den Haag. Ob 220 Euro für das Telefonieren mit dem Handy am Steuer, 155 Euro für Autofahrer, die auf der Autobahn 20 Stundenkilometer zu schnell unterwegs sind, oder 85 Euro für falsches Parken am Straßenrand - seit dem 1. Januar müssen Temposünder, Rowdys und Falschparker in den Niederlanden noch tiefer in die Tasche greifen als bereits zuvor.

Zum Jahresbeginn hob die Regierung in Den Haag den Bußgeld-Katalog im Schnitt um bis zu 40 Prozent drastisch an. Doch nicht nur die saftigen Preise sollten Autofahrer auf dem Weg zur Küste, nach Maastricht oder Amsterdam hellhörig und aufmerksam machen: Denn überdies gehen die Nachbarn nicht nur nach Einschätzung des ADAC bei der Ahndung der Verkehrsverstöße rigoros vor.

„Niederländische Polizei und Verwaltungsbehörden sind dafür bekannt, dass sie bereits geringfügige Verkehrszuwiderhandlungen besonders ,effizient verfolgen”, teilt der größte deutsche Automobilclub mit.

Und Michael Nissen, ADAC-Abteilungsleiter Internationales Recht, betont: „Die Vorgehensweise ist schon sehr, sehr restriktiv.” Zwar gebe es Möglichkeiten, sich dem Griff aus den Niederlanden zu entziehen, sagt der Jurist. „Doch die westlichen Nachbarn sind auch im Vergleich zu anderen Ländern sehr erfolgreich im Eintreiben der Bußgelder.”

Vollstreckt wird EU-weit

Nicht zuletzt aus diesem Grund machen aus seiner Sicht gerade die niederländischen Behörden besonders rege von der seit rund anderthalb Jahren existierenden Möglichkeit Gebrauch, Bußgelder EU-weit vollstrecken zu können.

Durften bis zum 27. Oktober 2010 Bußgelder im Ausland nur an Ort und Stelle kassiert werden, gilt seitdem eine EU-weite Regelung zum Eintreiben von Knöllchen ab 70 Euro.

Sollten die Verkehrssünder nicht bereits am Straßenrand gezahlt haben oder den ersten schriftlichen Zahlungsaufforderungen gefolgt sein, können die Strafzettel aufgrund von Tempoverstößen, Parkverboten oder anderen Verkehrssünden in Deutschland quasi in letzter Instanz über das Bundesamt für Justiz eingetrieben werden.
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