Nicht nur die riesigen Apostel brauchen Hilfe

Von: Thorsten Karbach
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Dom / Mosaike
Eine Art Zwischendecke sorgt für einen ungewöhnlichen Anblick im Oktogon des Aachener Doms. Für die Sanierung der Mosaike in der ältesten Kuppel des Weltkulturerbes wurde die Spezialkonstruktion eingezogen. Über diesem Gerüst werden Fachleute Hunderttausende kleine Steinchen, teilweise von 1880, reinigen und auf Schäden untersuchen. Mit solchen wird fest gerechnet. Ob sie auch in diesem Jahr behoben werden können, ist offen. Denn die Kosten für die Sanierung sind nicht mehr zu stemmen. Es fehlt an Spenden. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die Apostel sind Riesen. Fast drei Meter sind sie groß. Wenn Dombaumeister Helmut Maintz ihnen in die Augen schauen will, dann muss er den Kopf immer noch in den Nacken legen. Ohne Jeannette Creutz müsste er das immer noch, aber dann wären die Apostel Zwerge.

Jedenfalls sehen sie sehr klein aus, wenn Maintz mit beiden Beinen fest auf dem Marmorgrund des Domes steht. Den Boden unter den Füßen hat Maintz mit der Sanierung noch nicht verloren. Auch wenn es höher hinaus geht denn je. Denn in 18,5 Metern Höhe hat Gerüstbaumeisterin Creutz ein nahezu schwebendes 50-Tonnen-Gerüst eingezogen, damit dort oben an den Aposteln gearbeitet werden kann. Gehalten wird die Spezialkonstruktion von sechs eher unscheinbaren Lasttürmen, aber die fallen in den Pracht des Domes nicht sonderlich ins Gewicht.

Auf diesem Gerüst werden fortan die Experten stehen und die Mosaike mit den Bildnissen der Aposteln und der 24 Ältesten reinigen und eigentlich auch sanieren. Doch eben hier gibt es Probleme. Das Geld ist ausgegangen. „Es ist dramatisch”, sagt Dombaumeister Maintz.

Die Sanierung des Aachener Domes, sie hat eine lange Geschichte. Kapelle für Kapelle haben sie im Innern nun neuen Glanz verliehen. Doch tiefe Risse in den Mosaiken haben tiefe Risse im Budget hinterlassen. 166.000 Euro bekommt der Dom in diesem Jahr vom Bund, 166.000 Euro vom Land und 50.000 Euro von der Stadt für die aktive Denkmalpflege. Doch schon jetzt mussten im laufenden Jahr 750.000 Euro investiert werden, 250.000 Euro mehr als erwartet, um die filigranen Gewölbebildnisse zu erhalten.

„Wir brauchen dringend Spenden”, sagt Maintz und seine Stimme klingt wie ein Flehen. Denn in der Kuppel des karolingischen Oktogons (vermutlich 793/794 unter Baumeister Odo von Metz errichtet) warten 600 Quadratmeter Mosaike auf Reinigung und vielerorts Sanierung. Es sind die letzten 600 von 2500 Quadratmetern Dommosaike insgesamt. Aber es sind eben auch besonders wertvolle, weil alte Steinchen. Und die Arbeit in den Kapellen hat gezeigt, dass die Kosten für die Sanierung zwischen 400 und 1000 Euro schwanken. Und die Faustregel lautet: Je älter, desto teurer.

Der Aachener Dom braucht Hilfe. Die Sanierung lasse sich nur mittels Spenden stemmen, erklärt Dombaumeister Helmut Maintz. Ein Spendenkonto gibt es bei der Pax Bank Aachen (BLZ 37060193), Kontonummer 1000 644 060. Es besteht zudem die Möglichkeit zu Mosaikpatenschaften. Weitere Informationen hierzu gibt es unter 0241/477090 oder 0241/47709110. Nach der Sanierung der Mosaike in der Kuppel des Oktogons geht die Sanierung weiter. Dann sind Arbeiten am Dachstuhl der Nikolauskapelle und ab 2014 am Bleidach des 16-Ecks vorgesehen.
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