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Nicht alle technischen Top-Unis wollen den Dipl.-Ing.

Von: abt
Letzte Aktualisierung:
Die Uni-Dinosaurier: Magister und Diplom  in Bachelorzeiten studi
Das Studienangebot wird immer stärker auf den Bachelor ausgerichtet - Magister- und Diplomstudenten müssen passende Lehrveranstaltungen daher manchmal mit der Lupe suchen. Foto: dpa

Aachen/Düsseldorf. RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg hat mit seiner Aktion „Rettet-den-Dipl.-Ing.” offensichtlich einige schlafende Hunde geweckt. Ingenieur-Verbände und viele Fachvertreter unterstützen seinen Wunsch, den akademischen Grad Diplomingenieur zu erhalten. Nicht einheitlich ist derweil die Resonanz unter den führenden technischen Universitäten.

Als deren neuer Präsident hatte sich Schmachtenberg kürzlich für die „hochwertige Traditions-Marke” stark gemacht.

Bis zum Jahresende 2009 war das „Markenzeichen Diplomingenieur” kaum mehr als eine Überschrift in einem feuilletonistischen Streit in der FAZ über die Bologna-Reform. Horst Hippler, der damalige Vorsitzende der TU9, der Lobby der führenden technischen Universitäten, ließ sich dort im Dezember so zitieren: „Jeden Tag vergieße ich eine Träne für den Diplomingenieur.”

So weinerlich wollte Schmachtenberg wohl nicht erscheinen und erst recht nicht das Bologna-Rad zurückdrehen: „Ich stehe zum Konzept mit dem zweistufigen Studienverlauf.” Wer aber den grundlegenden Bachelor wie den vertiefenden Master in einem einschlägigen Ingenieurstudium mache, solle wieder den Dipl.-Ing. als Abschluss-Grad erhalten.

Das wird jetzt im Prinzip vom Dachverband der Fakultätentage der Ingenieurwissenschaften und der Informatik (4ING) öffentlich unterstützt. „Politik und Universitäten müssen gemeinsam die Voraussetzungen schaffen, dass neben dem Master of Science der akademische Grad Diplomingenieur verliehen werden kann.”

Die TU Dresden verfährt schon länger so. Sie vergibt in E-Technik sowohl den Master wie den Diplomingenieur, in Informatik wird der sogar neu eingeführt. Die sächsische Wissenschaftsministerin soll ausdrücklich dazu ermuntert haben, den „Dipl.-Ing. ruhig weiterzumachen”.

„Nur wenige Studenten wollen das”

Zurück zum Dipl.-Ing. will auch der Präsident der TU Braunschweig, Jürgen Hesselbach, selbst die dortige IHK setze sich dafür ein. Auch Kurt Kutzler, scheidender Präsident der TU Berlin, hätte den alten Titel gerne wieder („ein Qualitätsmerkmal in der Welt”), das lässt die Landesregierung aber nicht zu. Die Berliner wollen nun einführen, was die TU München längst tut, nämlich ihren Ingenieur-Mastern bescheinigen, dass ihr Titel „äquivalent” (gleich bedeutend) dem Grad eines Diplomingenieurs ist.

Das stellt sich auch die Uni Stuttgart vor. Mehr aber nicht. „Ein Zurück zum Diplom schließen wir aus”, so Rektor Wolfram Ressel. Das Ingenieur-Studium soll jedoch „wieder näher an die alte Diplom-Struktur” gerückt werden.

Recht gelassen geht die TU Darmstadt mit dem Thema um. Dort bekennt man sich seit Jahren zum Master. Wenn ein Student das möchte, bekommt er eine Äquivalenz-Bescheinigung. „Das wollen aber gar nicht viele”, erzählt Sprecher Jörg Feuck. Entscheidend sei letztlich weniger der Titel als die Uni, an der er man den Abschluss gemacht habe.

Schmachtenbergs Wunsch, für bestimmte Studiengänge den Dipl.-Ing. zu verleihen, wird sich in NRW wohl unter dieser Regierung nicht erfüllen. Das sei „unzulässig”, teilt das Innovationsministerium auf Nachfrage mit. Sehr wohl könne die RWTH aber ihren Mastern bescheinigen, dass ihr akademischer Grad „äquivalent” zum alten Dipl.-Ing. ist.
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