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Neugier, viel Verstand und eine Kelle Sand

Von: Tom Vogel
Letzte Aktualisierung:
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Veit Köhler (9) an der Sandkelle und Matthias Hilgers (10) am „Wind“: Die beiden Schüler der Aachener Domsingschule haben im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften geforscht und sich den Dünen an die Fersen Foto: Thomas Vogel

Jülich. Sie kommen von Schulen aus Aachen, Jülich oder Köln, sind so zahlreich wie nie zuvor erschienen und wollen an diesem Tag beweisen, dass die Wissenschaftsgemeinde den Forschernachwuchs aus der Region im Blick haben sollte. 93 Schüler präsentieren im Forschungszentrum Jülich insgesamt 45 Projekte im Rahmen des 13. Regionalentscheids des Wettbewerbs „Jugend forscht – Schüler experimentieren“.

Das Ziel: Von der Jury ausgewählt zu werden und zum Landeswettbewerb NRW vom 18. bis 20. März in Leverkusen zu fahren. Aber selbst, wenn das nicht klappt, dürfte kaum einer der jungen Forscher enttäuscht sein, denn keine der Arbeiten aus den Bereichen Biologie, Mathematik, Physik oder etwa Geo- und Raumwissenschaften waren vergebens. Sie zeugen alle von ausgeprägter Neugier bei den Schülern und Studenten.

Neugier stand auch bei Matthias Hilgers und Veit Köhlers Suche nach einem geeigneten Thema Pate. Zuerst wollten die beiden Schüler der Domsingschule Aachen untersuchen, wie schnell Teebeutel sinken. Nach einem Urlaub, den Matthias mit seinen Eltern im Oman verbrachte und einer Nacht in der Wüste, umgeben von unendlich viel Sand, wurde jedoch eine bessere Idee geboren – eine, die ihnen schließlich den ersten Preis in ihrem Fachgebiet bei „Jugend forscht“ eingebracht hat.

„Wir wollten herausfinden, wie schnell Dünen wachsen und wie eigentlich ein Teil des Lebens einer Düne verläuft“, erzählt der zehnjärige Matthias. Überrascht waren sie von der Geschwindigkeit, mit der sich Dünen je nach Windrichtung und -stärke auftürmen. Außerdem, erklärt Veit, „kann keine Düne entstehen, wenn kein Hindernis da ist“. Es brauche natürliche Barrieren, Felsen beispielsweise, an denen der Sand hinaufwachsen könne.

Die beiden Schüler haben viel Zeit in ihren Versuchsaufbau gesteckt, haben abends Berechnungen angestellt und drei Tage lang an ihrem Bericht geschrieben, der zum Wettbewerb eingeschickt werden musste. Mit Erfolg: Die Juroren ließen sich überzeugen. Kein Wunder – konnten Besucher am Stand der beiden doch live die „Geburt“ einer Düne verfolgen. „Hier in die Rieselmaschine kommt Sand rein. Der Wind bläst ihn dann in unser Modell“, erklärt der neunjährige Veit, während er mit dem Zeigefinger am Fön entlang bis zum Plexiglastunnel zeigt.

In ihm haben die kleinen Forscher zwei Mauern aus Legosteinen errichtet, die aber nicht lange sichtbar bleiben, nachdem Matthias den Wind „angeschmissen“ hat. Sie werden von den feinen Sandkörnern eingehüllt, im Handumdrehen entsteht eine Düne. „Unter die Mauern haben wir noch Schmirgelpapier gelegt, weil die Erde ja auch rau ist“, verrät Matthias.

Aufregend haben die Jungforscher den Moment des Jurybesuchs erlebt. Die Strategie des Zehnjährigen: „Man musste sich an zwei Dinge erinnern. Nämlich Erstens: Tu einfach so, als wäre das jetzt dein Vater, der nochmal überprüfen will, ob wir noch alles wissen. Zweitens: Was kommt jetzt, was müssen wir jetzt sagen“. „Ich glaube schon, das es sehr gut gelaufen ist“, fügt Veit hinzu. Was den Berufswunsch angeht, da haben die Jungs übrigens auch Lehre und Forschung im Visier. Matthias will Biologe oder Geologe werden; Veit überlegt, Lehrer zu werden.

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