Düren - Neues Tempolimit auf der A4, weil sich die Fahrbahn hebt

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Neues Tempolimit auf der A4, weil sich die Fahrbahn hebt

Von: Claudia Schweda
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Gefährliche Schwelle: Auf der neuen Trasse der A4 zwischen Düren und Merzenich hat sich die Fahrbahndecke gehoben. Foto: Peter Immekus

Düren. Die 2014 eröffnete neue Trasse der Autobahn A4 muss bei Merzenich bereits repariert werden. Nach Angaben des Landesbetriebs Straßenbau ist bergbaubedingt ein „massiver Schaden“ aufgetreten. An einer bekannten geologischen Störungslinie, an der die Elsdorfer Scholle an die Rurscholle stößt, hat sich die Fahrbahn quer über alle sechs Fahrspuren angehoben.

Dadurch ist eine Bodenwelle entstanden. Seit Montag gilt auf Anordnung der Bezirksregierung Tempo 100, um möglichen Unfällen vorzubeugen.

Am Mittwoch will die Autobahnmeisterei Düren zusammen mit einer Straßenbaufirma vor Ort den Schaden begutachten. Dann soll entschieden werden, was unternommen wird. Die Reparatur soll laut Arnd Tischel, Betriebsleiters der Autobahnmeisterei, frühestens übernächste Woche vorgenommen werden. Da voraussichtlich immer zwei Fahrspuren gesperrt werden müssten, werde nachts gearbeitet, um größere Behinderungen auszuschließen.

Immer wieder bewegt sich der Boden

Das Problem der Bergschäden auf der A4 in diesem Bereich ist nicht neu. „Diese Stelle ist uns bekannt, und es war klar, dass man dort in Zukunft reparieren muss“, sagte RWE-Sprecher Guido Steffen. Auch auf der alten Trasse war es in diesem Bereich immer wieder zu Bodenbewegungen gekommen, infolgedessen die A4-Fahrbahn häufiger instand gesetzt werden musste.

Diese Erfahrungen waren in die Planungen der neuen Autobahntrasse eingeflossen: In dem geologisch aktiven Bereich wurde die Betonwand im Mittelstreifen aus mobilen Elementen gefertigt, die sich bewegen statt zu brechen, und alle Spuren haben eine Asphaltdecke, um mögliche Schäden schnell beheben zu können.

Bei Fahrbahnen aus Beton, wie es üblicherweise bei Lkw- und Standspur der Fall ist, seien Reparaturen deutlich aufwendiger, sagte Landesbetriebs-Sprecher Bernd Aulmann. RWE ist dazu verpflichtet, für die Beseitigung aller bergbaubedingten Schäden aufzukommen. In diesem Fall hat das Unternehmen laut Landesbetrieb mündlich die Zusage zur Kostenübernahme bereits gegeben.

Damit die Bagger in den Braunkohletagebauen arbeiten können, muss bis in große Tiefen Grundwasser abgepumpt werden. Dadurch setzt sich die Erde. Im Rheinischen Revier entsteht ein besonderes Problem dadurch, dass jeder Tagebau auf einer anderen Scholle liegt und sich die Menge des abgepumpten Wassers je nach Tagebau unterscheidet.

Die Erde senkt sich also in der einen Scholle mehr als in der anderen. Der Ausgleich der Spannungen geschieht an den tektonischen Störungslinien, die von Norden nach Süden durch unsere Region verlaufen.

 

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