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Neues Erlebniszentrum offiziell eröffnet

Von: Markus Fadl, ddp
Letzte Aktualisierung:
Eröffnung Nürburgring 2009
Das Luftbild zeigt das 250-Millionen-Euro-Projekt Nürburgring 2009, das am Wochenende eröffnet wurde. Die Affäre um die Privatfinanzierung der neuen Erlebniswelt zieht derzeit weitere Kreise. Nun steht die deutsch-luxemburgische Firma Pineteck, die die Immobilien am Ring kaufen wollte, unter Geldwäsche-Verdacht. Der Staatsanwaltschaft Frankfurt liegt eine Anzeige vor. Foto: Thomas Frey dpa/lrs

Nürburgring. Etwas Baustelle bleibt. Wenn an diesem Wochenende wieder die Formel-1-Wagen über den Nürburgring donnern, können Motorsportfans erstmals die in anderthalb Jahren dort neu entstandene Freizeit- und Erlebniswelt kennenlernen.

Mit dieser soll die Eifelrennstrecke für eine Zukunft auch jenseits des teuren internationalen Rennzirkusses gerüstet sein. Nur das Ring-Werk - ein Themenpark rund um Motorsport und Mobilität - ist nicht rechtzeitig fertig geworden. Hier wird voraussichtlich noch bis Mitte August gebaut.

Bei der offiziellen Eröffnung mit über 1000 Gästen und viel Prominenz an diesem Donnerstag wurde aber nicht zuletzt eines deutlich: Vor allem politisch wird das Projekt „Nürburgring 2009” wohl noch eine ganze Weile eine Baustelle bleiben. Während sonst bei Eröffnungen Lob und Glückwünsche die Reden dominieren, bestimmten am Nürburgring am Donnerstag eher Rechtfertigungen den Ton.

Das Projekt sei „eine große Chance für die Eifelregion und unser Land”, verteidigte Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) das mehr als 250 Millionen Euro teure Projekt der landeseigenen Nürburgring GmbH. Wer hingegen nicht investiere, der werde „in seiner Bedeutung absinken und am Ende die Zukunft verlieren”.

Ausdrücklich dankte Beck auch seinem bisherigen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD), der am Dienstag zurückgetreten war, nachdem die von ihm mit Vehemenz betriebene, von der Opposition hingegen als dubios und undurchsichtig kritisierte private Finanzierung des Projekts endgültig gescheitert war. Deubel, der am Donnerstag zumindest formell noch Aufsichtsratschef der Nürburgring GmbH war, war nicht zur Eröffnung gekommen. „Dass wir gemeinsam gehofft haben, ein privates Investment zustande zu bekommen, ist wahr”, sagte Beck.

„Dass es aus Gründen, die ich noch nicht überschaue, nicht zustande gekommen ist, ist auch wahr”, räumte der Ministerpräsident ein. Er werde aber „nicht zulassen, dass diese „ganz große Chance für die Eifelregion kaputtgeredet wird”. Statt des privaten Finanzkonstrukts, das dem Land angeblich Einsparungen in Höhe von 50 Millionen Euro bringen sollte, wird das Projekt nun „klassisch” finanziert: über einen vom Land abgesicherten Kredit für die Nürburgring GmbH.

Es sei keinesfalls so, dass nun der Steuerzahler die Investition bezahlen müsse, betonte Beck. Warum genau die private Finanzierung nun letztlich eigentlich gescheitert ist, bleibt derweil unklar. Klar ist nur, dass das Geld für die Immobilien nie geflossen ist. Dass die Landesregierung mit dem Schweizer Kreditvermittler Urs Barandun einem Betrüger aufgesessen sein könnte, will Beck zwar so nicht sagen. Klar ist aber, dass das Land sämtliche Unterlagen der Staatsanwaltschaft zur Prüfung übergeben hat.

Immerhin äußerte Beck sich nun erstmals zur bislang geheim gehaltenen Identität des amerikanischen Financiers, mit dessen Geld die Firma Pinebeck den Kauf der Nürburgring-Immobilien refinanzieren wollte. Es handele sich um Pierre S. DuPont, ein Mitglied der amerikanischen Chemieindustrie-Dynastie DuPont. Bis zum Wochenende kannte angeblich nur Deubel diesen Namen. Wie überhaupt nur Deubel wirklich alle Details gekannt habe, wie Beck immer wieder versichert. Und was der Minister, der sein Ressort schließlich „alleinverantwortlich” betreue, seinem Ministerpräsidenten über das Geschäft berichtete, habe bis zuletzt immer „plausibel” geklungen, verteidigt sich Beck.

Schon Deubel selbst hatte bei seinem Rücktritt am Dienstag betont: „Die alleinige politische Verantwortung liegt bei mir.” Dass die Opposition das anders sieht, wird wohl am Freitag im Landtag wieder deutlich werden. In der zur Vereidigung von Deubels Nachfolger im Ministeramt, Carsten Kühl (SPD), anberaumten Sondersitzung des Parlaments ist auch eine Generaldebatte zum Thema Nürburgring angesetzt. Bis dahin erwartet die CDU nicht zuletzt, dass die zur Absicherung des geplatzten Deals auf einem Schweizer Konto deponierten 95 Millionen Euro wieder wohlbehalten auf einem deutschen Konto der Landesregierung gelandet sind.
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