„Netto-Räuber” muss sich vor Kölner Landgericht verantworten

Von: dapd-nrw
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Köln. Der sogenannte Netto-Räuber beschäftigt ab Montag das Kölner Landgericht. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 38-Jährige in den vergangenen Jahren 34 Überfälle auf Filialen der Supermarkt-Kette Netto begangen hat.

Dabei soll er mehr als 750.000 Euro erbeutet haben. Die Masche des Mannes hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Dem Personal der Supermärkte soll sich der Ex-Polizist immer als Mitarbeiter der Netto-Revisionsabteilung vorgestellt haben. Die Anklage lautet auf schweren Raub und schwere räuberische Erpressung.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sich der falsche Revisor mit seiner Masche Zugang zum Sicherheitsbereich der Supermärkte verschaffen wollte. Mit Anzug, Krawatte und vorgehaltener Waffe soll er den Angestellten erklärt haben, Netto haben eine neue Übung entwickelt. Dabei solle ein Überfall simuliert werden, um das Verhalten des Personals zu testen. Zur Übung gehöre auch die Herausgabe der Tageseinnahmen und das Einschließen des Personals in den Büroräumen. Nach zehn Minuten würden alle befreit und die Übung solle besprochen werden. Tatsächlich jedoch ergriff der falsche Revisor jeweils nach dem Einschließen der Angestellten die Flucht.

Laut Ermittlungen war der Angeklagte mit seiner Beute immer wieder in Kenia untergetaucht. Dort soll er gemeinsam mit einem Komplizen die nächsten Überfälle geplant haben. Bei dem Komplizen handelte es sich laut Staatsanwaltschaft um einen Gebietsverkaufsleiter von Netto, der über detaillierte Insiderinformationen verfügte und auch als Fahrer des Fluchtwagens agiert haben soll.

Überfälle gab es laut Anklage in Bayern, Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Betroffen waren vor allem Netto-Filialen in kleinen Städten oder Dörfern.

Bei einer Verurteilung drohen dem „Netto-Räuber” und seinem Komplizen nun bis zu 15 Jahre Haft. Das Urteil soll Mitte April verkündet werden.
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