Neonazi vor Gericht: Linken und NPD-Ratsherrn attackiert

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Der 25-jährige Angeklagte aus Düren wirkt nicht weiter auffällig. In einer Universitäts-Mensa würde der junge Mann nicht weiter auffallen. Vorgeführt wird Dennis U. aber aus der Untersuchungshaft im Landgericht Aachen.

Der leger gekleidete Chemie-Student mit Kinnbart, der als führender Kopf der neonazistischen Kameradschaft Aachener Land (KAL) gilt, sitzt dort wegen Körperverletzung ein. Deswegen steht er seit Mittwoch erneut vor Gericht, wo er als Wiederholungstäter eine deutliche Strafe kassieren dürfte, sollten sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft bestätigen. Dennis U. aus Düren machte am ersten Prozesstag allerdings keinerlei Angaben zur Person oder Sache.

So war die Verhandlung schnell vorbei und im wesentlichen ausgefüllt von der Anklageverlesung durch Staatsanwalt Burchard Witte. Vorgeworfen werden Dennis U. diesmal zwei Tätlichkeiten. Im Juni 2011 soll er mit einer Gruppe von KAL-Kameraden durch Aachens Innenstadt gezogen sein. Mittags sei man dann zufällig auf einen Passanten gestoßen, den die Rechtsextremen dem linken Lager zurechneten. Mit den Worten „Wir kriegen Euch alle!” und „Jetzt bist Du dran!” habe er mit anderen zusammen den Mann verfolgt. Der Skater flüchtete sich in einen Wagen.

Dessen Fahrer, so der Anklagevorwurf weiter, sei ebenfalls bedroht worden: „Wenn Du keinen Ärger willst, schmeißt Du den Typen raus!” Gleichzeitig hätten Dennis U. und seine Kumpane Pfefferspray zunächst in die Lüftungsschlitze und dann durch das Fenster dem Opfer ins Gesicht gesprüht. Auch sei er auf den Kopf geschlagen und dadurch verletzt worden. Angeklagt sind gefährliche Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigung, weil auf den Wagen eingetreten wurde.

Eine zweite Tat ereignete sich im Oktober letzten Jahres in einer Stolberger Gaststätte, wo Dennis U. in Streit mit dem Stolberger NPD-Ratsherrn Willibert Kunkel geriet. Der 25-Jährige soll ihn mit dem Ellbogen ins Gesicht gestoßen haben, wodurch der Mann Prellungen erlitt. Der Prozess wird am 25. Mai fortgesetzt, dann werden auch Zeugen geladen.
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