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Nein zum Verkauf von Staatswald in der Eifel

Von: (dpa
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Touristenziel an der belgischen Grenze: Monschau lockt mit seiner Altstadt viele Tagesausflügler an. Foto: dpa

Düsseldorf/Euskirchen. Die Opposition hat die nordrhein-westfälische Landesregierung aufgefordert, ihre Pläne zum Verkauf von Staatswald aufzugeben.

Die Bedeutung des Waldes für Klima und Umweltschutz aber auch als Erholungsraum für die Bürger könne nur durch den Staat garantiert werden, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Landtagsfraktion, Johannes Remmel, am Montag in Düsseldorf.

In der vergangenen Woche hatten sich bereits acht betroffene Eifel-Kommunen gegen den geplanten Verkauf von Staatswald im Kreis Euskirchen ausgesprochen. Auch die SPD-Opposition forderte, die Verkaufspläne zu stoppen.

Der vom Umweltminister angepeilte Verkaufserlös von rund 29 Millionen Euro sei zum Stopfen von Haushaltslücken verzichtbar, sagte Remmel. „Der Staatswald ist das Tafelsilber des Landes”, mahnte der Grüne. Dies dürfe nicht leichtfertig verscherbelt werden. NRW habe mit 13 Prozent ohnehin schon die mit Abstand niedrigste Staatswaldquote im Bundesvergleich.

Die zum Verkauf ins Auge gefassten rund 3000 Hektar Waldfläche bedeuteten einen weiteren Verlust in der Größenordnung von 3000 Fußballfeldern, rechnete Remmel vor. Nach Informationen der Grünen erwägt die Landesregierung, der „Bofrost-Stiftung” den Zuschlag zu erteilen.

Der Widerstand in den Eifel-Gemeinden richte sich „gegen den Ausverkauf unserer Heimat”, sagte der Bürgermeister von Blankenheim, Rolf Hartmann. Dies führe zu einem „Vertrauensbruch zwischen Bevölkerung und Staat”. Das Eifel-Revier beherberge über 200 seltene Pflanzen- und Tierarten. Dieser ökologische Wert müsse ebenso im Blick behalten werden wie die Bedeutung des Waldes als Tourismus- Magnet und als Erholungsraum für die Bürger. „Die Menschen sind mit dem Wald aufgewachsen. Er gehört zum Leben.”

Die Grünen befürchten durch einen Verkauf des Waldes in private Hände auch Einschränkungen für die Waldbesucher. „Wir wollen keinen Rückfall in feudale Zeiten”, sagte Remmel. Die Bürger dürften nicht aus dem Wald ausgeschlossen werden.

Für den kommenden Freitag hat der Umweltausschuss Experten zur Anhörung in den Landtag geladen. Die Entscheidung über einen Staatswaldverkauf werde im Parlament gefällt, nicht von der Regierung, betonte Remmel. Auch in Reihen der CDU rege sich inzwischen erhebliche Skepsis gegen die Pläne des Umweltministers.
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