Gemünd - Nationalpark Eifel wird zunehmend der Natur überlassen

Nationalpark Eifel wird zunehmend der Natur überlassen

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Nationalpark Eifel
Der Nationalpark Eifel macht in seinem Schutzgebiet Inventur. Foto: dpa

Gemünd. Im einzigen nordrhein-westfälischen Nationalpark Eifel werden mittlerweile 40 Prozent der Fläche nicht mehr vom Menschen angerührt. In 25 Jahren sollen es 75 Prozent des 110 Hektar großen Schutzgebietes sein.

„Die Geschwindigkeit ist am Anfang sehr viel schneller als am Schluss”, sagt der Nationalpark-Chef Henning Walter. Mit der Festlegung des Wanderwegenetzes sei eine wichtige Etappe in der Startphase erreicht worden.

Das Leuchtturmprojekt der nächsten Jahre sei das Nationalparkzentrum Vogelsang mit einer zentralen Ausstellung zu den Besonderheiten des Nationalparks. Ein Konzept dafür steht noch nicht fest - im laufenden Wettbewerb gibt es ganz unterschiedliche Vorschläge. Das Investitionsvolumen beträgt voraussichtlich drei Millionen Euro. Die Ausstellung soll Ende 2012 fertig sein. Bisher gibt es vier kleinere Informationszentren, sogenannte Nationalparktore, an zentralen Zugängen. Ein fünftes wird in Kürze eröffnet.

„Das Angebot wird sehr gut angenommen. Wir hatten 240.000 Gäste allein im vergangenen Jahr”, sagte Walter. Der Nationalpark wurde im Januar 2004 eröffnet. NRW-Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) will an diesem Mittwoch eine Bilanz der ersten fünf Jahre für die Landesregierung ziehen.

Naturschützer kritisieren nach wie vor das Wegenetz. Die Präsenz der Wanderer auch in ökologisch empfindlichen Gebieten entspreche nicht dem Schutzgedanken. Walter sagte dagegen: „Der Mensch darf aus dem Nationalpark nicht ausgeschlossen werden.” Deshalb habe man mit den Menschen der Region eineinhalb Jahre lang nach einem Kompromiss gesucht, der den Belangen der Natur und denen der Menschen gerecht werde. „Bei einem Kompromiss haben alle Beteiligten ein bisschen Grummeln im Magen”, sagte Walter.

Der Nationalpark Eifel soll sich langsam zum Buchen-Urwald entwickeln. Noch dominieren die Nadelbäume. Als Anschub für die neue Entwicklung hat der Nationalpark in den letzten fünf Jahren Nadelbäume abgeholzt und 500.000 neue Buchen gesetzt.
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