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Nationalpark Eifel: Anzeige gegen Förster

Von: gego
Letzte Aktualisierung:
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Anzeige gegen Förster: Geht die Verwaltung des Nationalparks Eifel pfleglich genug mit dem Wald um? Im Bild eine Szene mit einem Ranger und Touristen. Foto: dpa

Schleiden/Aachen. Die Nationalparkverwaltung in Schleiden-Gemünd ist wegen eines Verstoßes gegen das Landesforstgesetz angezeigt worden. Die Aachener Staatsanwaltschaft bestätigte entsprechende Informationen unserer Zeitung.

Und teilte mit, ein Ermittlungsverfahren gegen „bislang unbekannte Personen der Nationalparkverwaltung und eines niederländischen Forstunternehmens eingeleitet“ zu haben. Wie die Nationalparkverwaltung auf Anfrage mitteilte, habe bereits ein polizeiliches Verhör stattgefunden.

Anlass der Anzeige ist nach Informationen unserer Zeitung die Rodung großer Fichtenbestände in Wahlerscheid, dem südlichen Teil des Nationalparks Eifel. In einem Waldstück zwischen Monschau-Höfen und Simmerath-Dedenborn arbeitete eine niederländische Firma mit bis zu 25 Tonnen schweren Maschinen an einer von der Nationalparkverwaltung in Auftrag gegebene „forstlichen Einschlagmaßnahme“, wie es im Fachjargon heißt. Die Wege, die die Maschinen benutzten, wurden vollständig verwüstet, die Reifen gruben bis zu 30 Zentimeter tiefe Spuren in den Boden des Nationalparks.

Da ein Nationalpark den strengsten staatlichen Naturschutzverpflichtungen unterliegt, beschäftigt sich die Staatsanwaltschaft nun mit der Frage, ob die Nationalparkverwaltung ordnungsgemäß gehandelt hat. Zumal das Landesforstgesetz ausdrücklich vorschreibt, „dass die Betreuung von Waldflächen (...) in einer Art und Weise“ erfolgen muss, „dass die biologische Vielfalt (...) erhalten bleibt und anderen Ökosystemen kein Schaden zugefügt wird“. Angesichts der angerichteten Schäden erscheinen Zweifel an der Einhaltung aller Vorschriften nicht ganz abwegig.

Der Fichten-Streit

Seit der Eröffnung des Nationalparks am 1. Januar 2004 gibt es zwischen den Förstern der Nationalparkverwaltung und verschiedenen Naturschutzverbänden Streit darüber, wie mit den Fichten im Nationalpark Eifel umzugehen ist. Ein Zweck des Nationalparks ist, seinen angenommenen ursprünglichen Zustand als Buchenurwald wiederherzustellen oder diesem Zustand jedenfalls so nahe wie möglich zu kommen.

Die Nationalparkförster sind der Ansicht, dass deswegen die seit dem 17. Jahrhundert dort aufgeforsteten Fichtenbestände stellenweise so schnell wie möglich entfernt werden müssen. Umweltschützer glauben, dass man diesen Prozess weitestgehend der Natur selbst überlassen sollte, was allerdings Jahrzehnte in Anspruch nehmen könnte.

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