Nachbarin nach Beschwerden über Musik erschlagen: Lebenslange Haft

Von: dpa
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Mönchengladbach. Für den brutalen Mord an seiner 67-jährigen Nachbarin ist ein Mann am Mittwoch in Mönchengladbach zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Der 35-Jährige habe die Frau „bestrafen” wollen, nachdem sie sich häufiger über seine laute Musik beschwert hatte. Er habe bei ihr geschellt, sie geschlagen und versucht, sie zu vergewaltigen. Um die Tat zu vertuschen, habe er sie erschlagen, stellten die Richter am Landgericht in der Urteilsbegründung fest. Sie sprachen ihn des Mordes, der Körperverletzung und der versuchten schweren Vergewaltigung schuldig. Verteidiger Gerd Meister kündigte Revision an.

Die laute Musik des Mörders sei im Haus ein Problem gewesen, hieß es vor Gericht. Es hagelte Beschwerden und Anzeigen. Die seien auch von dem späteren Opfer gekommen. An jenem Novembertag im vergangenen Jahr habe der 35-Jährige dann bei der Frau geschellt. „Er war sauer, er wollte sie bestrafen”, sagte der Vorsitzende Richter Lothar Becker. Der Täter hatte vorher getrunken.

Als die Frau öffnete, habe der Mann ihr sofort mit zwei Fausthieben ins Gesicht geschlagen und sie getreten. Die Schläge hätten ihn sexuell erregt. Er habe das Opfer mit Mülltüten an Händen und Füßen gefesselt und versucht, die Frau zu vergewaltigen. Spätestens dann habe er beschlossen, dass sie sterben müsse.

Er habe der Frau ein Schlüsselbrett aus Stahl mehrfach und mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen. An den Verletzungen starb die Frau. Sie war nach früheren Angaben allein zu Hause, weil ihr Mann vorübergehend im Krankenhaus lag. Der Sohn hatte ihre Leiche später gefunden. Der Mörder sei bei der Tat zwar betrunken gewesen, stellten die Richter fest. Er sei aber Alkohol gewohnt und habe bei späteren Begegnungen mit Zeugen einen „normalen Eindruck” gemacht.

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