Aachen - Nach Überfall auf Linksjugend: Antifa demonstriert gegen Rechts

Nach Überfall auf Linksjugend: Antifa demonstriert gegen Rechts

Von: mik
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Rund 50 Antifaschisten haben am Samstagabend nach einem rechten Überfall auf die Linksjugend spontan gegen Neonazis demonstriert. Foto: Klarmann

Aachen. In Aachen haben am Samstagabend spontan rund 50 Antifaschisten gegen rechte Gewalt demonstriert. Anlass dafür war ein Angriff von Neonazis auf Teilnehmer eines Infostandes der Linksjugend und der SAV in der Adalbertstraße am frühen Samstagnachmittag.

Die Polizei hatte später fünf Neonazis festgenommen, die im Verdacht stehen, zwei Personen der Linken attackiert zu haben.

Rund 15 bis 20 Neonazis hatten gegen Mittag im Umfeld des Elisenbrunnens in kleineren Gruppen Handzettel verteilt, mit denen sie für zwei fremdenfeindliche Aufmärsche am Osterwochenende in Stolberg werben wollten.

Die Vertreter der Linksjugend hatten am Kaufhof gestanden und einigen der Neonazis erklärt, dass sie deren Aktion nicht billigten.

Rund fünf Minuten, nachdem einige der Rechtsextremen sich daraufhin entfernt hatten, griffen dann gegen 13.20 Uhr rund zehn Neonazis die Linken an.

Zeugen zufolge sprühten sie mit Pfefferspray und schlugen zwei Personen gegen den Kopf. Beide wurden leicht verletzt. Laut der Antifaschisten sollen die rechten Schläger in dem kurzen Tumult sogar einen Zivilbeamten der Polizei angegangen sein, bevor uniformierte Beamte einschreiten konnten.

Aus Protest gegen die neuerliche Neonazi-Gewalt - genau zwei Jahre nach dem Überfall von rund 40 Neonazis auf eine Demonstration von Nazigegnern - versammelten sich am Abend rund 50 Antifaschisten auf dem Marktplatz. Von einigen Streifenwagen begleitet zogen sie gegen 20.45 Uhr lautstark über die Pontstraße, zurück zum Markt und bis zum Bushof. Dort löste sich die auf rund 35 Personen geschrumpfte Spontandemonstration gegen 21.40 Uhr wieder auf.

Ein Redner hatte zu Beginn kritisiert, die „Liste von Naziangriffen” auf Punks, Linke und Antifaschisten oder Personen, die Neonazis dem äußeren Erscheinungsbild nach als ihre Gegner einordneten, werde in der Region „immer länger”. Unter den Demonstranten war auch der Bundestagsabgeordnete der Partei Die Linke, Andrej Hunko aus Aachen. Abgesehen von geringen Verkehrsbehinderungen verlief der abendliche Protest ohne Zwischenfälle.
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