Brühl - Nach langen Verhandlungen: Phantasialand wird größer

Nach langen Verhandlungen: Phantasialand wird größer

Von: Marlon Gego
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Flug in der „Black Mamba”: Weitere Achterbahnen oder sonstige Attraktionen für Tagesgäste wird es im Phatasialand zukünftig nicht geben, nur mehr Hotels. Dafür wird alle zwei, spätestens drei Jahre eine neue Top-Attraktion wie die Black-Mamba eine ältere ersetzen. Foto: imago/imagebroker

Brühl. Ob sich der jahrelange Kampf der Phantasialand-Mitarbeiter am Ende gelohnt hat, lässt sich noch gar nicht richtig sagen. Zwar wird der Regionalrat im Dezember aller Voraussicht nach beschließen, dass der Freizeitpark in Brühl von 28 auf 47 Hektar wachsen darf.

Allerdings wird der zusätzliche Platz nicht für weitere Attraktionen reichen, nicht für weitere Achterbahnen, nicht für anderes Spektakel. Der Freizeitparkanteil des Phantasialandes bleibt so klein, wie er im Moment ist.

Am Donnerstag hat Parkdirektor Ralf-Richard Kenter zunächst der Bezirksregierung Köln, später dann einer Handvoll Journalisten die Planungen zur Erweiterung des Phantasialandes vorgestellt. Diesem Tag war ein fast zehn Jahre dauerndes Verfahren bei der Bezirksregierung Köln vorausgegangen.

Eine Brühler Bürgerinitiative kämpfte leidenschaftlich gegen eine Vergrößerung des Phantasialandes, Ralf-Richard Kenter kämpfte mit ähnlicher Leidenschaft für die gewünschte Erweiterung um eigentlich 30 Hektar. Alles schien darauf hinzudeuten, dass seinem Wunsch nachgegeben wird, bis die Bezirksregierung im Juni überraschend einen 19-Hektar-Kompromiss vorschlug. Nach kurzer Bedenkzeit willigte Kenter ein, anderenfalls hätte die Auslaufplanung im Phantasialand begonnen, also seine langsame Abwicklung.

Um konkurrenzfähig zu bleiben - insbesondere zum fast 100 Hektar großen Europa-Park in Rust bei Freiburg -, braucht das Phantasialand mehr Übernachtungsgäste. Anders, sagt Kenter, ließen sich die aufwendigen Attraktionen eigentlich nicht mehr refinanzieren. Auch, weil sich die Zahl der jährlichen Tagesgäste, zuletzt etwa 1,6 Millionen, aufgrund der verhältnismäßig kleinen Fläche des Phantasialandes kaum mehr steigern ließe.

Bislang kommen jährlich etwa 200.000 Übernachtungsgäste, wenn die Erweiterung vollzogen ist, sollen in weiteren 3000 bis 4000 Betten (statt bislang nur 1200) in mehreren Hotels innerhalb eines sogenannten Aquapark-Hotelresorts jährlich etwa 500.000 Gäste übernachten. Wie genau das Resort aussehen wird, steht noch nicht fest, klar ist nur: Es wird in einer mehr als sechs Hektar großen Wasserlandschaft entstehen. Eine Kreuzung aus Hotels und riesigem Freizeitbad, sozusagen.

Außerdem soll eine Konzerthalle entstehen, wie sie auch der Europa-Park hat, neue Grünflächen, mehr Parkplätze, Betriebsgebäude und -wohnungen, ebenso ein Betriebskindergarten für die Mitarbeiter, deren Zahl von derzeit 1350 auf über 2000 wachsen soll. Und schließlich soll es einen „Edutainment”-Center vornehmlich für Schulklassen geben, in dem gewissermaßen Unterricht im Freizeitpark stattfinden kann. Schulklassen sind für Freizeitparks eine wichtige Zielgruppe.

Bis die Erweiterung allerdings abgeschlossen ist, wird es wohl noch Jahre dauern. Nach der relativ sicheren Zustimmung des Regionalrates in Köln folgte die Änderung des Flächennutzungsplanes. Baubeginn ist daher kaum vor Ende 2014.

Und da die Bauzeit zwei bis drei Jahre betragen soll, wird man frühestens 2017 wissen, ob sich der jahrelange Kampf der Phantasialand-Mitarbeiter für die Erweiterung gelohnt haben wird.
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