Köln - Mutmaßlicher Vergewaltiger hätte vor Jahren gestoppt werden können

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Mutmaßlicher Vergewaltiger hätte vor Jahren gestoppt werden können

Von: ddp-nrw
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Köln. Der mutmaßliche Seriensexualstraftäter aus der Eifel, der unter anderem mit der sogenannten Mitleidsmasche in Verbindung gebracht wird, hätte angeblich schon vor Jahren gestoppt werden können.

Wie das Nachrichtenmagazin „Focus” am Sonntag berichtete, lehnte 2007 eine Kölner Amtsrichterin den Wunsch der Staatsanwaltschaft auf Abgabe einer DNS-Probe ab.

In Belgien und Deutschland soll der Mann seither mindestens fünf Frauen vergewaltigt haben, ehe der Tipp eines belgischen Ermittlers im Februar 2010 auf seine Spur führte. Mindestens drei Herangehensweisen werden ihm zugeschrieben. Er soll sich in den vergangenen 19 Jahren in Deutschland, Belgien und den Niederlanden an Häusern geklingelt haben und Frauen, die ihm öffneten, gebeten haben, ihm beim Urinieren zu helfen.

Seine beiden Arme seien gelähmt, gab er vor. Neben der „Mitleidsmasche” soll er auch Frauen auf dem Nachhauseweg aufgelauert oder sie etwa in Pflegeeinrichtungen bedroht und vergewaltigt haben. Mindestens fünf Mal soll das passiert sein. Auch als Exhibitionist ist er aufgefallen. Insgesamt geht es um über 100 Vorfälle.

Sein Verteidiger Thomas Ohm aus Bonn will sich erst nach Akteneinsicht äußern. Bereits in dieser Woche wird es eine Anhörung zum Auslieferungsantrag geben, den die belgischen Behörden gestellt haben.

Der mutmaßliche Serientäter war laut „Focus” vorliegenden Akten im Juli 2006 bei einem Überfall auf eine Kölnerin aufgefallen und wurde wegen Nötigung angeklagt. Da er im Verhör seine geplante Sex-Attacke eingeräumt hatte, beantragte der Staatsanwalt dem Magazin zufolge die Abgabe einer Speichel- und Blutprobe mit der Begründung: „Der Angeschuldigte hat angegeben, sein Sexualverhalten nicht ausreichend kontrollieren zu können”. Zudem werde in Belgien wegen zweier ähnlicher Fälle gegen P. ermittelt. Hätte das Gericht dem Antrag stattgegeben, wäre der zweifache Familienvater durch einen Abgleich mit der DNS-Analyse-Datei des Bundeskriminalamts (BKA) enttarnt worden, so das Magazin.

Spätestens seit 2001 führt das BKA-Register demnach DNS-Spuren von seinen Tatorten. Die Richterin lehnte das DNS-Ersuchen dem Bericht zufolge am 12. Juni 2007 allerdings ab. Gegen den Angeklagten wurde eine Geldbuße von 1500 Euro verhängt.
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