Müllprozess: Unternehmer legt Teilgeständnis ab

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Müllcontainer Trienekens
Der frühere Entsorgungsunternehmer Trienekens muss sich wegen Untreue vor dem Kölner Landgericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen, Zahlungen ohne korrekte Gegenleistung an Schweizer Unternehmen veranlasst zu haben, die ebenfalls zum Trienekens-Konzern gehörten.

Köln. Acht Jahre nach Aufdeckung des Kölner Müllskandals hat der frühere Entsorgungsunternehmer Hellmut Trienekens (71) am Freitag ein Teilgeständnis abgelegt.

In fünf Fällen hätten Trienekens-Tochterfirmen mit seinem Einverständnis Scheinrechnungen über tatsächlich nicht erbrachte Leistungen erstellt, gab er in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung zu.

Das Geld sei an eine Firma in die Schweiz gegangen. In dem Untreue- Prozess vor dem Landgericht Köln wirft die Staatsanwaltschaft Trienekens vor, mit Hilfe von Tochterfirmen des Konzerns Schwarzgelder in Millionenhöhe angehäuft zu haben.

Das bei der Schweizer Firma entstandene „Gelddepot”, auch „Kriegskassse” genannt, war nach Angaben des Angeklagten für „nützlichen Aufwendungen” vorgesehen. Er habe gegen Strafrecht verstoßen, aber in der „guten Absicht” gehandelt, die geschäftlichen Auslandsaktivitäten zu fördern.

Das Teilgeständnis ist das Ergebnis einer Übereinkunft zwischen den Prozessbeteiligten. Danach kann der gesundheitlich stark angeschlagene Ex-Unternehmer beim Geständnis der fünf Fälle mit einer kombinierten Freiheits- und Geldstrafe rechnen. Das Gericht nannte als Strafobergrenze eine zweijährige Haftstrafe auf Bewährung, eine Geldstrafe und eine zusätzliche Geldauflage.

Durch das Teilgeständnis des Ex-Unternehmers wird der ursprünglich auf 66 Verhandlungstage festgesetzte Prozess deutlich kürzer. Das Urteil wird für den 23. März erwartet.
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