Aachen - Mordversuch im Wohnheim: Mehrjährige Haftstrafen für Täter

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Mordversuch im Wohnheim: Mehrjährige Haftstrafen für Täter

Von: wos
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Aachen. Für den versuchten Mord an einem 51-Jährigen im Übergangsheim an der Robert-Koch-Straße hat das Aachener Landgericht am Freitag zwei junge Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

„Verstehen” könne man die scheußliche Tat der beiden jungen Angeklagten Roger H. (27) und Freddy K. (20) überhaupt nicht, bekundete der Vorsitzende Richter der 1. Großen Jugendkammer nach dem Urteilsspruch. Der Ältere wurde zu einer Freiheitsstraße von sieben Jahren verurteilt; der 20-Jährige kam mit einer Jugendstrafe von viereinhalb Jahren davon.

Das nach Richter Gerd Nohl völlig „sinnfreie Verhalten” der beiden hatte schwerwiegende Folgen für ihr Opfer, einen Kraftfahrer, der sich teilweise wie ein Vater um die beiden gekümmert hatte. Nur mit einer Flucht ins nahe Don-Bosco-Heim rettete der Mann sein Leben, ansonsten wäre er innerhalb von Minuten verblutet.

In dem 27-Jährigen Täter hatte sich offenbar ein tiefer Hass gegen seinen älteren Wohngenossen im Heim aufgestaut. Der rührte nach Ansicht des Gerichts von den privaten Familienverhältnissen her, unter denen er gelitten habe. So hatte er gerade erst erfahren, wer seine leibliche Eltern waren. Deshalb schmiedete er den Plan, den bisherigen Wohltäter der jungen Männer, der ihnen des öfteren Geld gegeben und sogar seine EC-Karte überlassen hatte, „über die Klinge springen” zu lassen. Die beiden Wohngenossen lockten ihn am Abend des 9. Oktober 2011 in ihr Zimmer.

Dort schlug der bereits gewalterfahrene Freddy K. - er ist bekennender Fußball-Hooligan - das Opfer mit einem Faustschlag nieder, während der andere versuchte, ihm von hinten mit einem Messer die Kehle zu durchschneiden. „Wie das Opfer haben auch die beiden Angeklagten unvorstellbares Glück gehabt”, meinte Richter Nohl. Denn ansonsten hätten sie eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes erwarten müssen.

Hauptgrund für das milde Strafmaß seien, so das Gericht, die direkten und von Reue geprägten Geständnisse gewesen.
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