Mordanklage gegen junge Aachener Ärztin

Von: fel
Letzte Aktualisierung:
spritze
Tödliche Dosis Morphin: Eine Ärztin aus Aachen soll damit ihren Ehemann getöte haben - Mord, sagt die Staatsanwaltschaft. Foto: dpa

Aachen. Die Staatsanwaltschaft Aachen hat gegen eine 35 Jahre alte Anästhesistin aus Aachen Anklage wegen Mordes erhoben. Nach umfangreichen Ermittlungen wirft die Staatsanwaltschaft der Frau vor, ihrem 50 Jahre älteren Ehemann in der Nacht zum 19. Februar dieses Jahres eine tödliche Dosis Morphin gespritzt zu haben.

Morphin ist ein hoch wirksames Schmerzmittel, das in hohen Dosierungen tödlich wirken kann. Der 85 Jahre alte Ehemann der Ärztin, ein sehr gut situierter Unternehmer, starb nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach der Injektion an den Folgen einer Lähmung des zentralen Nervensystems und des Atem-Zentrums.

Die Ehefrau rief danach die Rettungskräfte. Der Notarzt kreuzte auf dem Totenschein an, dass die Todesursache unklar sei, woraufhin Gerichtsmedizin und Polizei eingeschaltet wurden - in solchen Fällen der übliche Weg. Allerdings war der Arzt am Totenbett stutzig geworden; er informierte die Polizei.

Aufgrund „verschiedener Merkwürdigkeiten bei der Auffindesituation” habe die Polizei dann in Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft eine Obduktion und andere medizinische Untersuchungen veranlasst. Um welche Merkwürdigkeiten es sich dabei handelte, wollte die Staatsanwaltschaft nicht preisgeben.

Die rechtsmedizinischen Untersuchungen zogen sich bis in die Jahresmitte hin; erst im Juli habe nach einem toxikologischen Gutachten festgestanden, dass der Mann tatsächlich an einer Überdosis Morphin gestorben sei, sagte Deller.

Der sich daraus ergebende „dringende Tatverdacht” habe am 22. Juli zur Festnahme der jungen Witwe geführt. Sie sitze seitdem in Untersuchungshaft. Zur Tat geäußert habe sie sich nicht. Ihr Verteidiger, der durch den Kachelmann-Prozess bekannt gewordene Strafverteidiger Dr. Reinhard Birkenstock aus Köln, sagte gegenüber den Medien: „Zur Sache gebe ich keine Stellungnahme ab.”
Den bisherigen Ermittlungen zufolge seien ein neuer Freund und ein neuer Job möglicherweise Gründe für die Tat.

Staatsanwalt Robert Deller sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, es sei möglich, dass ein geplanter Neustart im Süddeutschen für die Angeschuldigte auch finanzielle Konsequenzen gehabt habe; dies sei möglicherweise ein Motiv für den der Frau zur Last gelegten Mord. Nach Informationen unserer Zeitung war das Paar seit einem Jahr verheiratet, in den Jahren zuvor soll der reiche Unternehmer seiner jungen Geliebten unter anderem das Studium finanziert haben. Nachdem sie eine Affäre mit einem anderen Mann einging, soll der Ehemann seiner Frau den Geldhahn zugedreht haben.

Die Frau war in Aachen an einem Krankenhaus tätig, bevor sie im April eine Stelle am Uniklinikum Ulm antrat. Dort blieb sie allerdings offenbar nur wenige Wochen; über die Gründe für ihr dortiges Ausscheiden wollte die dortige Klinikleitung unserer Zeitung gegenüber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Auskunft geben.

Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts Aachen ist zur Zeit mit der Entscheidung über die Eröffnung des gerichtlichen Hauptverfahrens befasst. Bei Zulassung der von der Staatsanwaltschaft erhobenen Anklage ist in Kürze mit einer Verhandlung des Falles zu rechnen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert