Mord statt Party: Anklage acht Jahre nach der Tat

Von: dpa
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Düsseldorf. Acht Jahre nach der Tötung einer 27-jährigen Frau in Düsseldorf hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen den langjährigen Freund des Opfers erhoben. Das teilte Staatsanwalt Christoph Kumpa am Dienstag mit.

Die tote Mitarbeiterin der Unternehmensberatung McKinsey war im November 2004 in ihrer Wohnung in Düsseldorf entdeckt worden - am Tag ihrer geplanten Geburtstagsparty. Die Gäste hatten vergeblich vor dem Haus gewartet und schließlich die Feuerwehr gerufen. Die Helfer stießen in der Wohnung dann auf die Spuren des Verbrechens.

Ungewöhnlich: Die Ermittler haben gegen den mittlerweile 38-jährigen Verdächtigen, einen Familienvater aus Ratingen, keinen Haftbefehl beantragt. Das Düsseldorfer Landgericht muss nun entscheiden, ob sich der Mann in einem Mordprozess verantworten muss.

Gutachter hatten den Todeszeitpunkt des Opfers so weit eingrenzen können, dass sich der Verdacht gegen den 38-Jährigen erhärtet hatte. Wissenschaftler in München und Jena waren mit dem Fall befasst. Noch im vergangenen Sommer hatte eine Hundertschaft der Polizei in dem Mordfall vergeblich die Böschung der Autobahn 52 auf Essener Gebiet abgesucht, um die Tatwaffe zu finden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Mörder die Waffe - einen Knüppel, Baseballschläger, ein Rohr oder Ähnliches - damals an der Autobahn versteckt haben könnte. Der Verdächtige war gegen 2.00 Uhr nachts nach der Tat zu seiner neuen Freundin ins Ruhrgebiet gefahren. Dabei soll er an der Autobahn 52 kurz angehalten haben.

Der jungen Frau war das Gesicht zertrümmert worden. Als die Schlagwaffe sie traf, hatte sie vermutlich geschlafen. Die Leiche wies massivste Gesichts- und Kopfverletzungen auf. Zeichen eines Kampfes fanden sich nicht.

Der langjährige Lebensgefährte des Opfers war damals gerade eine neue Beziehung zu seiner jetzigen Ehefrau eingegangen. Im Beziehungsspagat zwischen den beiden Frauen vermuten die Ermittler sein Motiv.

Der Mann hatte sich bei den damaligen Ermittlungen kooperativ gezeigt, alle Fragen beantwortet - und seine Unschuld beteuert. Er gab an, dass seine intime Beziehung zu der Düsseldorferin bereits beendet gewesen sei. Man war sich nur noch freundschaftlich verbunden, sagt er. Die Mutter der Ermordeten hatte immer wieder Zweifel an dieser Version geäußert.

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