„Mord ohne Leiche”: Angeklagte bleiben in Untersuchungshaft

Von: dpa
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Köln. Im Fall „Mord ohne Leiche” bleiben die drei Angeklagten weiter in Untersuchungshaft. Das Oberlandesgericht hat die Haftbeschwerde ihrer Anwälte zurückgewiesen, die Haftbefehle bleiben in Kraft.

Das teilte das Gericht am Freitag mit. Der Fall hatte auch deswegen für Aufsehen gesorgt, weil das Landgericht Köln bei seinem Urteil ein abgehörtes Selbstgespräch als Beweismittel verwendet hatte.

Der Bundesgerichtshof hatte die Verurteilung der drei zu lebenslanger Haft deshalb aufgehoben und den Fall zur Neuverhandlung an das Landgericht Köln zurückverwiesen. Der Prozess soll voraussichtlich im späten Frühjahr neu aufgerollt werden.

Das Landgericht hatte einen damals 46 Jahre alten Mann und zwei Mittäter wegen Mordes an seiner 33 Jahre alten philippinischen Ehefrau zu lebenslanger Haft verurteilt (Urteil vom 11. Dezember 2009, Az.: Js 196/07 105-19/08).

Die Frau wollte sich von ihm trennen und ihren fünfjährigen Sohn mitnehmen. Laut Urteil heckte er die Tat gemeinsam mit seiner kinderlosen Schwester, bei der der Sohn künftig wohnen sollte, und deren Mann aus. Die Leiche der Frau wurde nie gefunden.

Auch ohne das in einem Auto abgehörte Selbstgespräch lägen genügend Verdachtsmomente gegen die drei Angeklagten vor, entschied das Oberlandesgericht. Auch die lange Verfahrensdauer rechtfertige nicht die Aufhebung der Haftbefehle. Die Verteidiger hätten von Möglichkeiten zur Verfahrensbeschleunigung keinen Gebrauch gemacht.

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