Mord in der Eifel: Gericht verhängt lebenslang

Von: Wolfgang Schumacher
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Kall Mord
Ein 45-jähriger Mann (r) sitzt am 22.10.2012 im Justizzentrum in Aachen (Nordrhein-Westfalen). Er ist angeklagt, seinen Freund und Geschäftspartner mit dem Jagdgewehr erschossen zu haben. Foto: dpa

Aachen/Kall. Ein 45-jähriger Mann aus der Eifel ist für die Ermordung eines Geschäftspartners und Freundes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Landgericht Aachen sprach den Kfz-Meister aus Kall am Montag wegen Mordes für schuldig.

Er habe das Opfer heimtückisch mit einer Jagdflinte im Keller seiner Werkstatt erschossen, urteilte der Vorsitzende Richter Gerd Nohl. „Er zeigte dabei absoluten Vernichtungs- und Tötungswillen.” Der Mann hatte in dem Prozess um den sogenannten Eifelkrimi die Tat gestanden.

Mit der lebenslangen Freiheitsstrafe ging das Gericht noch über das Strafmaß der Staatsanwaltschaft hinaus, die zwölf Jahre Haft gefordert hatte. Der Anwalt des Angeklagten, Albert Stumm, hatte sechs Jahr wegen Totschlags beantragt und will Revision einlegen. Der Angeklagte hatte als Grund für die Tat angegeben, dass er von seinem 32-jährigen Partner wegen Geldforderungen unter Druck gesetzt worden wäre. Das Gewehr habe er aus dem Waffenschrank seines Vaters genommen und es zwischen Schrott im Keller versteckt. Die Schüsse seien bei einem Streit versehentlich losgegangen.

Der Richter sprach von einer „Spontantat”. Das Motiv der Tat habe die Kammer nicht schlüssig klären können. Eine Notwehr- und Bedrohungsversion, weil der Angeklagte dem Opfer kein Geld beschaffen konnte, verwarf das Gericht.

Das Geschoss war im Januar dieses Jahres quer durch die Brust gedrungen und hatte das Herz zerrissen. Trotzdem schleppte sich das Opfer die Treppe hoch und brach in der Werkstatt zusammen. Den zweiten Schuss feuerte der 45-Jährige in den Nacken. Beide Schüsse seien jeder für sich „absolut tödlich” gewesen, sagte der Vorsitzende Richter.

Aus dem Mord hatte sich ein wahrer Krimi mit mehreren Protagonisten entwickelt. Nach der Tat sollen fleißige Hände aus dem Umfeld des Mörders, darunter seine Ehefrau, die Ex-Freundin und Bekannte aus der Region, bei der Beseitigung der Leiche und der zahlreichen Blutspuren geholfen haben.

Zunächst wurde die Leiche im Keller versteckt, weil die Verwandten des Opfers intensiv nach dem Verschwundenen suchten. Nach einer Irrfahrt auf einem Schuttanhänger durch die Eifel landete der Körper schließlich auf einer Mülldeponie bei Köln. Dort sollte dieser verscharrt werden, wurde hier aber nach beinahe 14 Tagen entdeckt, weil ein Bein herausschaute.

Manche der Helfer sind bereits wegen Beihilfe verurteilt. Dazu zählt ein Mann, der das Jagdgewehr zersägte und im Rursee verschwinden ließ. Auch gegen die Ehefrau und den Vater des Täters laufen Ermittlungsverfahren, gleiches gilt für die Ehefrau des Opfers, deren Tatbeteiligung bislang unklar ist. Sie soll das Verschwinden ihres Ehemannes bei der Vermisstenmeldung einen Tag zurückdatiert haben. Der Grund ist unklar.
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