Mord im Park: 36-Jähriger in Lüttich vor Gericht

Von: red
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Lüttich. Er habe sich für eine erlittene Vergewaltigung rächen wollen und deswegen im Juli 2012 im Parc d'Avroy in Lüttich einen 61-jährigen Mann mit mehreren Hammerschlägen getötet. Seit Montag steht Raphaël W. aus Malmedy für diese Tat vor einem Gericht in Lüttich.

Es ist der erste Prozess in der belgischen  Justizgeschichte, der sich mit einem Verbrechen aus Schwulenfeindlichkeit beschäftigt.

Die Vergewaltigung war Raphaël W. nach seiner Aussage ein Jahr zuvor widerfahren. Wegen ihr habe er sich an einer homosexuellen Person rächen wollen. Die belgische Zeitung „L’Avenir“ schreibt auf ihrer Interseite, dass der Missbrauch noch nicht bewiesen sei.

Laut des „Grenzechos“ habe W. die Bluttat noch in der gleichen Nacht gestanden. Er habe sich einem Freund anvertraut, der anschließend gegen drei Uhr die Polizei gerufen haben soll. Bei der Festnahme soll W. ruhig gewesen sein und gesagt haben, dass es ihm leid täte.

Der 36-Jährige gab vor den Ermittlern zu, dass er die Absicht hatte, einen Schwulen anzugreifen, als er in den Parc d’Avroy ging. Er habe auf einer Bank gesessen und gewartet. Das Opfer sei zufällig der erste Mann gewesen, der sich ihm näherte und ihm Avancen machte, berichtet „L’Avenir“. Erst habe der 36-Jährige sein Opfer glauben lassen, dass er den Vorschlag akzeptiere, dann tötete er den Mann. Sechs Mal soll W. mit dem Hammer zugeschlagen haben.

Nach Beginn des Prozesses vor dem Assisenhof in Lüttich weigerte sich der Angeklagte zunächst, die Fragen des Richters zu beantworten. „Ich schweige, so gewinnen Sie Zeit“, soll er nach Angaben des „Grenzechos“ zu dem Vorsitzenden gesagt haben. Raphaël W. räumte ein, dass sich der Mord grundsätzlich so ereignet habe wie in der Anklage geschildert. Seine Anwälte legten daraufhin ihr Mandat nieder, wurden aber nach einer kurzen Unterbrechung der Sitzung von Amts wegen wieder eingesetzt.

Am Dienstag sollen Gerichtsmediziner, Psychologen, Psychiater und Ärzte verhört werden.

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