Aachen/Köln - Mord an „Rosenmädchen”: Zwei Angeklagte vor Gericht

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Mord an „Rosenmädchen”: Zwei Angeklagte vor Gericht

Von: dpa
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Aachen/Köln. Fast 15 Jahre nach dem mysteriösen Mord an dem sogenannten Rosenmädchen im niederländischen Lottum stehen an diesem Freitag zwei Angeklagte in Köln vor Gericht.

Einer 49-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft vor, das 20 Jahre alte Opfer gemeinsam mit einem inzwischen gestorbenen Täter getötet und die Leiche in der Nähe eines Rosenfeldes abgelegt zu haben. Ein ebenfalls angeklagter Kölner (57) soll die beiden zum Mord angestiftet haben.

Die Frau war schwer misshandelt und sexuell missbraucht worden, ihre Leiche wurde im Juni 1996 in Waldnähe gefunden. Weil der spektakuläre Fall über viele Jahre ungelöst und die Identität des Opfers lange unklar blieb, wurde die Frau nur „Rosenmädchen” genannt.

Erst 2009 kam Bewegung in den rätselhaften Mordfall. Mithilfe der 1996 gesicherten DNA stießen die Ermittler auf den heute 57-Jährigen, der dann im vergangenen Sommer festgenommen wurde. Die Aussagen des Mannes, der wegen sexueller Delikte vorbestraft ist, führten zur Festnahme eines weiteren Verdächtigen. Dieser 46-Jährige gestand seine Tatbeteiligung. Er starb im Oktober 2010 in Untersuchungshaft. Die nun angeklagte Frau aus dem Kölner Raum wurde als letzte des Trios gefasst und hat bisher zu den Vorwürfen geschwiegen.

Laut Anklage starb das Opfer an Hammerschlägen auf den Kopf und gegen den Halsbereich. Der 57-Jährige habe verhindern wollen, dass die Frau seine Drogengeschäfte verrät. Er habe daher die beiden Komplizen zur Tat verleitet.

Die Identität des „Rosenmädchens” blieb auch nach den Festnahmen zunächst weiter unklar. Erst als es Hinweise darauf gab, dass das Mordopfer aus Polen stammen könnte, kam Klarheit: Bilder wurden auch im polnischen TV gezeigt, Angehörige erkannten die Frau aus Gorzow.

Das Landgericht will sein Urteil nach 15 Verhandlungstagen am 15. April verkünden.

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