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Mord an Rentner: Lebenslange Haft

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Mörder Sascha M., 28, auf der Anklagebank des Aachener Schwurgerichts. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Den Angeklagten Sascha M. traf die volle Härte des Gesetzes. Für den brutalen Raubmord an dem 65-jährigen Rentner Heinz R., der in Aachen im April 2008 mit einer Vielzahl von Messerstichen in seinem Badezimmer niedergemetzelt wurde, sprach das Schwurgericht am Dienstag die Höchststrafe aus: lebenslange Haft für den 28-Jährigen aus Aachen.

Bei diesem Urteilsspruch garantiert die vom Gericht ausdrücklich festgestellte „besondere Schwere der Schuld” eine sehr lange Zeit, bevor ein Gnadenantrag auf vorzeitige Entlassung gestellt werden kann. Zusätzlich verhängte das Gericht für den „Hangtäter” Sicherungsverwahrung. Bereits im Jahr 1999 beging er eine beinahe identische Tat in Aachen an einem Kioskbesitzer, auch da ging es um Geld für Drogen.

Mit einer gehörigen Portion Glück kam Fatma L. (33) davon. Zwar stufte das Gericht sie als Mittäterin (sie dagegen gab einen Blackout an) ein und verurteilte sie wegen „Raub mit Todesfolge und Totschlag” zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Jahren. Denn sie habe, so hieß es, nicht „nur” Beihilfe zu dem „rohen, brutalen und bestialischen” (Nohl) Raubmord geleistet.

Das Gericht zu ihrem Tatanteil: „Sie sah, was in dem Bad geschah und reichte ihrem Freund ein Messer. Sie nahm die Tötung zumindest billigend in Kauf.” Laut Gutachterin war allerdings bei der seit ihrem 13. Lebensjahr drogenabhängigen Mutter von vier Kindern (sie leben in Pflegefamilien) wegen des Drogenmixes in ihrem Blut eine verminderte Schuldfähigkeit nicht auszuschließen - so schrammte die 33-Jährige so gerade an lebenslanger Haft vorbei. Sie habe echte Reue gezeigt, so die Kammer, obwohl sie mit Heinz R. ihren langjährigen Wohltäter bedenkenlos ans Messer lieferte.

Zuerst wollte das Paar etwas anderes: „Sie planten eine räuberische Erpressung.” Mittags hatte L. ihren zurückgezogen lebenden Bekannten, der überall als freundlich beschrieben wurde, mitten in der City an einem Sexkino getroffen. Er gab ihr 20 Euro, einfach so, damit sie sich etwas kaufen konnte. Sie ging noch kurz mit ihm in seine Wohnung. Dann bahnte sich das Grauenhafte an. Sie steckte versehentlich sein Portemonnaie ein, darin eine Scheckkarte.

Als M. und sie dann jene Scheckkarte bemerkten, kam ihnen die tödliche Idee. Sie gingen gegen 23 Uhr getrennt los, wollten die Pin-Nummer zur Karte erpressen. Sie schellte, er kam hinterher. Als der Rentner das abgekartete Spiel bemerkte und heftig Gegenwehr leistete, zog M. ein Messer und stach ihn wie im Rausch ab.
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