Missbrauchsfälle in evangelischem Kinderheim bei Köln

Von: ddp-nrw
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Köln. In einem Kinderheim in Moitzfeld bei Köln soll es in den späten 60er und frühen 70er Jahren Fälle von schwerem Missbrauch gegeben haben. Das behaupten fünf ehemalige Bewohner.

Sie seien im „Gut an der Linde” von Erziehern, aber auch von älteren Bewohnern immer wieder zum Teil schwer sexuell missbraucht worden. „Das war damals an der Tagesordnung”, berichtete ein ehemaliger Bewohner dem „Kölner Stadt-Anzeiger” (Mittwochausgabe). Weder Eltern noch der Heimleiter hätten ihnen geglaubt, wenn sie von den Vorfällen berichtet hätten.

1973 tauschte der Träger des Heims, die Bergische Diakonie Aprath, den Heimleiter aus. Unterlagen, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger” vorliegen, sprechen von „chaosartigen Zuständen” und einem völlig verwahrlosten Heim. Die Polizei wollte den Heimleiter wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht anzeigen. Er erklärte gegenüber dem „Kölner Stadt-Anzeiger”, sich an die Vorgänge damals kaum noch erinnern zu können.

In einer bereits älteren Stellungnahme des Heimträgers heißt es: „Nach allem, was wir wissen und im Archiv finden können, gehörte die Bergische Diakonie Aprath nicht zu den Einrichtungen, die systematisch gestraft, misshandelt, den Willen gebrochen haben.” Eine Sprecherin der Einrichtung sagte, es habe am Wochenende Gespräche mit vier ehemaligen Heimkindern gegeben. Unter Umständen müsse die damalige Situation im Heim neu bewertet werden.

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