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Minus an Unikliniken: Ministerin verspricht Hilfe

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Klinikum Aachen
Das Aachener Klinikum ist bei vielen schweren Erkrankungen zentrale Anlaufstelle der Region. Foto: Archiv/Krömer

Aachen/Düsseldorf. NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) stellt den angeschlagenen Universitätsklinika eine bessere Finanzierung in Aussicht. Von den 32 deutschen Uniklinika erwarten 55 Prozent für 2014 ein Minus von mehr als einer Million Euro.

In NRW rechnen von sechs Uniklinika nur die in Aachen und Köln mit einer schwarzen Null. Bundesweit summiert sich das Defizit der Uniklinika auf 160 Millionen Euro.

Nach der entsprechenden Berichterstattung unserer Zeitung erklärte am Donnerstag Hermann Lamberty, Sprecher des NRW-Wissenschaftsministeriums, die Landesregierung setze sich im Verbund mit allen anderen Ländern für eine Verbesserung der Situation ein und fordere eine angemessene Berücksichtigung der Sonderkosten der Universitätsklinika. Die Vergütung für die besonderen Leistungen in der Krankenversorgung sei nicht ausreichend, diesbezüglich sei aber der Bund und nicht das Land in der Pflicht. „Die Weichen für die Krankenhausfinanzierung werden auf Bundesebene gestellt“, sagte er.

„Die Landesregierung setzt sich vor allem dafür ein, dass die im Koalitionsvertrag der Bundesregierung in Aussicht gestellten finanziellen Verbesserungen bei den Extremkostenfällen, den Hochschulambulanzen und der Notfallversorgung zeitnah realisiert werden“, sagte Lamberty weiter. Das Aachener Klinikum ist bei vielen schweren Erkrankungen zentrale Anlaufstelle der Region. Bei Schlaganfällen etwa gibt es ansonsten nur noch das Medizinischen Zentrum in Würselen, das rund um die Uhr auf Notfälle eingerichtet ist.

Das NRW-Wissenschaftsministerium verweist zudem darauf, dass das Land den Universitätsklinika jährlich 180 Millionen Euro für Investitionen und weitere 100 Millionen Euro für die Unterhaltung der Bauten zur Verfügung stelle. Dies seien „erhebliche Mittel“. Die Investitionsmittel seien sogar leicht erhöht worden, die für Unterhalt und Sanierung hingegen seit 2004 nicht mehr. Allerdings: Neue Operationssäle, wie am Aachener Klinikum gefordert, würden bis zu 150 Millionen Euro kosten. Pläne für einen separaten OP-Bau vor dem Klinikum gibt es zwar tatsächlich, mehr im Moment aber auch nicht.

Lamberty bestätigte einen Investitionsstau, den auch die Landesregierung erkannt habe. Im Juni habe das Ministerium begonnen, ein Konzept zum Abbau des Investitionsstaus zu erarbeiten. Im Frühjahr 2015 soll es vorliegen.

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