Ministerin Wanka in Jülich: Kooperation für das Gelingen der Energiewende

Von: Rolf Hohl
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Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) gestern am FZ Jülich. Foto: Günther Król

Jülich. Die Energiewende ist in Deutschland längst beschlossene Sache. Wie die Zeit danach allerdings genau aussehen wird, ist alles andere als klar. Besonders die Speicherung von elektrischer Energie in industriellen Ausmaßen gilt dabei als eine der entscheidenden Herausforderungen.

Spitzenforschungsinstitute aus dem ganzen Land befassen sich deshalb im Rahmen von vier Kopernikus-Projekten mit den verschiedenen Aspekten, die der Wechsel auf erneuerbare Energien mit sich bringt. Eines davon ist „Power-to-X“, eine Kooperation des Forschungszentrums (FZ) Jülich mit der RWTH Aachen, die am Donnerstag in Jülich gestartet wurde.

Mit der Auswahl zum Kopernikus-Projekt durch das Bundesforschungsministerium erwachsen aber auch große Erwartungen an die Forscher. Für die erste von drei geplanten Phasen in den kommenden zehn Jahren stellt das Ministerium immerhin 30 Millionen Euro zur Verfügung. „Wir gehen davon aus, dass wir damit einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten werden“, sagte FZ-Vorstandsmitglied Harald Bolt. Bereits heute seien mehr als 2000 Leute an der Energieforschung in Jülich und an der RWTH beteiligt.

Künftig werden die beiden Institutionen also ihre Forschung auf dem Gebiet der Energiespeicherung intensivieren können. Dabei wird es vor allem um die elektrochemische Umwandlung von elektrischer Energie in sogenannte stoffliche Ressourcen wie Wasserstoff oder Kohlenstoffmonoxid gehen. Diese können dann wiederum in Treibstoffe oder Kunststoffe umgewandelt werden. Am Ende sollen durch das Projekt sowohl ökonomisch wie auch ökologisch effiziente industriereife Umwandlungsprozesse stehen.

„Wir stehen vor der Frage, ob wir unsere Weltmarktposition auch in energieintensiven Branchen halten können, wenn wir auf erneuerbare Energien setzen“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka am Donnerstag in Jülich. Kopernikus, der seinerzeit das sonnenzentrierte Weltbild entwickelte, stehe für sie daher beispielhaft eben nicht nur für einen technischen, sondern ebenso für einen gesellschaftlichen Wandel, sagte sie.

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die Zukunft der deutschen Energiepolitik. Weil noch unklar ist, welche Lösung sich etwa für die Speicherung von elektrischer Energie am besten eignet, wird parallel an mehreren Verfahren geforscht. Diese müssten letztlich auch gesellschaftlich akzeptiert sein, wie Wanka betonte. Denn noch immer ist der Ruf der Chemiebranche in Deutschland nicht der beste. Das Kopernikus-Projekt ist nun eine Chance, dies zu ändern.

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