Michael Heckhoff: Der Verbrecher mit der Clownsmaske

Von: dpa
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Urteil im Aachener Ausbrecherprozess
Michael Heckhoff (Mitte) begrüsst in Aachen vor dem Landgericht seine Anwälte vor der Urteilverkündung. Foto: dpa

Aachen. Michael Heckhoff (52) wirkt nun wirklich nicht wie ein Verbrecher. Der muntere, rundliche Mann mit dem Schnauzbart kann unterhaltsam und witzig erzählen und sich dabei auch über sich selbst lustig machen. Er ist ganz offenkundig alles andere als dumm und verfügt über Selbstbewusstsein.

Doch nach Meinung psychiatrischer Gutachter sollte man sich nicht täuschen: Hinter der Clownsmaske verbirgt sich demnach ein Mann, der nicht zur Empathie fähig ist, sondern rücksichtslos nur seine eigenen Interessen verfolgt - ein klassischer Psychopath.

Warum hat Heckhoff seine Talente nie mal eingesetzt, um auf ehrliche Weise Geld zu verdienen? Diese Frage stellt sich wohl nur für andere, aber nicht für ihn selbst. Fast solange er denken kann, ist er schon auf der schiefen Bahn. Es war die klassische Verbrecher-Karriere: Am Anfang stand ein Kinderheim, dann folgten Diebstähle und erste Gefängnisaufenthalte.

„Meinen ersten Banküberfall habe ich komplett nach einer Beschreibung eines alten Gefangenen gemacht.” Nächste Stationen: Banküberfall mit Millionenbeute, Geiselnahme im Gefängnis mit Schwerverletzten, Lebenslang mit Sicherungsverwahrung.

Nahezu sein ganzes Erwachsenenleben hat Heckhoff im Gefängnis verbracht, 33 Jahre mit insgesamt elf Monaten Unterbrechung. Wenn er zwischendurch kurz mal rauskam, wusste er mit den einfachsten Dingen nicht umzugehen. Nur im Knast war er lebenstauglich. Gleichzeitig beteuert er, sein größter Alptraum sei es, im Gefängnis zu sterben. Die Flucht im November 2009 war nach seinen Worten als Abschiedsbesuch in seiner Heimatstadt Mülheim an der Ruhr geplant. Anschließend - so behauptet er wenigstens - hätte er sich von der Polizei erschießen lassen wollen.

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