Mias rätselhafter Tod an der A 44

Von: Marlon Gego
Letzte Aktualisierung:
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Auf dem Bild zu sehen ist Enid Adyero Ayere - eine 29-jährige in Uganda geborene Frau. Ihre Leiche wurde an der Autobahn 44 gefunden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft trug sie den Spitznamen „Mia“, war 1,63 Meter groß und auffallend schlank.

Aachen. Als Mia im Januar begann, regelmäßig am Aachener Kaiserplatz anschaffen zu gehen, war sie schon drogensüchtig. Sie war immer noch eine attraktive Erscheinung, klein, zierlich, auffallend schlank. Ein Bekannter, der ihr am Kaiserplatz immer wieder begegnete, sagt, sie sei gut gebucht gewesen, vor allem von Freiern aus Belgien.

Aber sie muss gewusst haben, dass es so mit ihr nicht weitergehen konnte, dem Bekannten erzählte Mia im Frühjahr, sie habe sich in psychologische Behandlung begeben, ihr gehe es nicht gut. Vor knapp zwei Wochen fanden Bauarbeiter Mias Leiche in einem Gebüsch an der A 44, einen Kilometer vor der Abfahrt Aachen-Brand in Fahrtrichtung Belgien. Sie wurde 29 Jahre alt.

Aus der Bahn geraten

Die Aachener Staatsanwaltschaft ist noch dabei, Fakten zu sammeln und Spuren auszuwerten, viel wissen die Ermittler nicht. Obwohl Mias Leiche schon seit Anfang Mai in dem Gebüsch neben der Autobahn gelegen haben muss und Zeichen der Verwesung aufgewiesen hatte, war es den Ärzten der Kölner Rechtsmedizin noch gelungen, einen Fingerabdruck zu nehmen. Das Ergebnis eines DNA-Abgleiches bestätigte Ende vergangener Woche ihre Identität. Woran sie starb, ist immer noch unklar, ebenso, wer ein Motiv gehabt haben könnte, sie zu töten – sollte sie tatsächlich getötet worden sein.

Am Montag nun wandte sich die Staatsanwaltschaft in diesem Fall erstmals an die Öffentlichkeit, sie sucht nach Zeugen. Das letzte Lebenszeichen hinterließ Mia, die eigentlich Enid Adyero Ayere hieß, am 26. April, einem Samstag, als sie Kontakt mit ihrer Familie hatte. Danach verliert sich jede Spur.

Erste Vermutungen, die tote Frau könnte ein illegal eingereister Flüchtling gewesen sein, bestätigten sich nicht. Mia und ihre Eltern stammen aus Uganda, aber nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler ist Mia zumindest zum Teil in Deutschland aufgewachsen. Sie besuchte ein Gymnasium in Aachen, nach Informationen unserer Zeitung hat sie dort Abitur gemacht und wollte eigentlich Jura studieren. Wie, wann und warum ihr Leben aus der Bahn geriet, versucht die Staatsanwaltschaft zu ermitteln.

Keine äußerliche Gewalt

Die Obduktion von Mias Leiche zeigte keine Spuren äußerlicher Gewalteinwirkung, was ihren Tod im Moment noch rätselhafter erscheinen lässt. Und wie ist sie in das Gebüsch neben der A 44 gekommen? Die Böschung ist vom Gewerbegebiet Aachen-Brand aus nur schwer zu erreichen, sie ist mit Sträuchern, Bäumen und Büschen dicht bewachsen. Auch was sie in Brand gemacht haben oder wie sie dorthin gelangt sein könnte, ist im Moment noch offen. Ihre Wohnung befindet sich in der Aachener Innenstadt, auch ihrem Gewerbe ging sie in der Innenstadt nach.

Die Staatsanwaltschaft wartet auf die Ergebnisse eines chemisch-toxikologischen Gutachtens, das näheren Aufschluss über Mias Todesursache ergeben könnte. Doch bis das Gutachten fertig ist, wird noch eine, werden vielleicht auch noch zwei Wochen vergehen. Bis dahin hoffen die Ermittler, Zeugen zu finden, die wissen, was Mia passiert sein könnte.

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