Messerattacke in Aachener Kanzlei: „Der Kragen geplatzt”

Von: dpa
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Aachen. Sein Anwalt hatte für ihn keine Zeit, da ist einem Mandanten der Kragen geplatzt. Ein 43-jähriger Mann steht seit Mittwoch wegen versuchten Mordes vor dem Aachener Landgericht.

Aus Wut über einen geplatzten Termin habe er zehnmal mit einem Messer auf eine Mitarbeiterin der Kanzlei eingestochen, hieß es in der Anklage. Der vermutlich psychisch kranke Mann ist in der Psychiatrie untergebracht.

Der Angeklagte sagte vor Gericht, er habe elf Bücher verfasst. Der Anwalt habe ihm helfen wollen, zumindest ein Buch zu veröffentlichen. Zuletzt habe er sich von dem Juristen hingehalten gefühlt. Am Tattag habe er dem Anwalt das Mandat entziehen wollen. Aber der Anwalt habe auch diesen vereinbarten Termin nicht eingehalten. Da sei „alles in ihm hochgekommen”, sagte der Beschuldigte ungerührt.

Der Mann war schon vor dieser Tat mehrfach aufgefallen und auch immer wieder in die Psychiatrie gekommen. Etwa nach einem Vorfall im Jahr 2005. Damals soll er seine Tante, die ihm die Nachricht vom Tod seines Vaters überbrachte, mit einem Messer attackiert haben. Die Messerattacke in der Kanzlei überlebte das Opfer schwer verletzt. In einer Notoperation wurde der 34-Jährigen die Milz entfernt.

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