Merzbrück: Flugfestival abgesagt

Von: Heike Eisenmenger
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Westflug-Festival abgesagt: Die übliche Besucherzahl erfordert in diesem Jahr eine größere Menge an geschultem Sicherheitspersonal. „Das rechnet sich einfach nicht”, sagt der Foto: Eisenmenger

Würselen. Das Westflug-Festival auf dem Flughafen Merzbrück zieht jedes Mal Tausende Menschen an. Doch für dieses Jahr hat der Veranstalter Herbert Kampsmann die Flugtage, die am 20. und 21. August stattfinden sollten, abgesagt.

Die verschärften Sicherheitsauflagen als Konsequenz aus der Loveparade-Katastrophe, die bei Großveranstaltungen dieser Art vom Gesetzgeber gefordert werden, seien für ihn aus wirtschaftlicher Sicht nicht umsetzbar.

Das Landesinnenministerium hatte gemeinsam mit dem Bauministerium bindungsweisende Richtlinien erarbeitet, damit das, was in Duisburg geschehen ist, nicht wieder passieren kann. Bernd Schaffrath, Sprecher der Stadt Würselen, hat die neuen Richtlinien auf seinem Schreibtisch und kann die Absage der Veranstaltung durch Kampsmann verstehen: „Es ist fast unmöglich, unter diesen Voraussetzungen eine Großveranstaltungen dieser Art durchzuführen, weil sich das einfach nicht rechnet.”

Kampsmann: „Der Eintritt kostete bisher acht Euro. Natürlich könnte ich den Eintritt anheben, aber dann wäre der Preis so hoch, dass die Besucher wegbleiben würden.” An dieser Schraube könne er also nicht drehen. Ebenso wenig an der zweiten: der Qualität. „Das kommt für mich nicht infrage, in diesem Bereich zu sparen.” Er habe sich die Entscheidung, das Festival abzusagen, nicht leichtgemacht, „aber es gab keine andere Lösung”. Kampsmann hat das Problem, dass die Flugtage als Großveranstaltung mit erhöhtem Gefährdungspotenzial eingestuft werden. Das hat zur Folge, dass er ein externes Gutachten vorlegen muss, in dem etwa auf die Besonderheiten des Geländes eingegangen wird.

Ein solches Gutachten ist kostspielig. Teuer ist aber auch ein weiterer Punkt: „Ab einer zu erwartenden Besucherzahl von 5000 pro Tag wird verlangt, dass auf jeden 100. ein Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma kommt”, erklärt Kampsmann. Früher habe er immer Studenten engagiert, die etwa beim Einparken halfen oder darauf achteten, dass Besucher zu bestimmten Bereichen keinen Zutritt hatten. Ausgebildete Security-Mitarbeiter in einer solchen Anzahl könne er sich nicht leisten, zumal er zur Sicherheit mehr buchen müsse, als er vielleicht tatsächlich benötige, um bei großem Andrang auf der sicheren Seite zu sein.

Frage der Verhältnismäßigkeit

Kampsmann stellt klar, dass er es grundsätzlich für richtig halte, dass neue Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, damit sich ein Unglück wie in Duisburg nicht wiederholt. „Und die Stadt Würselen hat wirklich versucht, mir zu helfen, damit das Westflug-Festival stattfinden kann. Aber an den Vorschriften kann auch die Stadt nichts ändern.” Für den Veranstalter stellt sich allerdings die Frage der Verhältnismäßigkeit. Der Flugtag sei nicht gleichzusetzen mit einer Massenveranstaltung wie der Loveparade, bei der die Millionen-Besucher-Grenze überschritten werde.

Solange die Sicherheitsvorschriften in dieser Art bestehen bleiben, sagt Kampsmann, wird er kein Flugfestival mehr organisieren.
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